Netzwerk Integration arbeitet seit fünf Jahren - Ehrenamtlicher Landkreis-Dezernent Dirk Haas neu in der Runde
(rse). Bei dem jüngsten Treffen des Netzwerks Integration in Gießen, das vierteljährlich tagt, gab es diesmal etwas zu feiern. Die Sitzung unter Leitung des Regionalkoordinators des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (Bamf), Dr. Thomas Weyrauch, war also nicht nur von Arbeit bestimmt, sondern auch von einem Rückblick auf fünf Jahre Arbeit.
Dr. Weyrauch dankte den beteiligten Ausländerbeiräten und Ausländerbehörden von Stadt und Landkreis Gießen, Migrationserstberatungsstellen und Jugendmigrationsdiensten von Caritas und Diakonischem Werk, dem Bildungszentrum Handel & Dienstleistungen, der Gesellschaft für Integration und Arbeit mbH (Giag), den Integrationskursträgern wie die beiden Volkshochschulen von Stadt und Landkreis, Sprache und Bildung, Lernkisten, dem internationalen Bund und Vekuso, der Stadt Gießen, vertreten durch deren Integrationsbeauftragte Sholeh Sharifi sowie den früheren Regionalkoordinator des Bamf in Gießen, Markus Olsinger.
Der Vorteil dieses Netzwerkes zeige sich heute darin, dass recht unterschiedliche Kreise mit unterschiedlichen Sichtweisen ihren Dialog gleichberechtigt führen könnten, Differenzen minimierten und zielgerichtet Schritt für Schritt die Situation von Migranten verbesserten. Es sei in einer modernen und mobilen Welt, so Weyrauch, nicht zu erwarten, dass die Integration mittels einer politischen Entscheidung über Nacht verwirklicht werde. Stadt und Kreis Gießen könnten stolz sein, in diesem Zusammenhang viel erreicht zu haben.
Neu in die Netzwerkrunde wurde der ehrenamtliche Dezernent für Migration und multikulturelle Angelegenheiten des Landkreises, Dirk Haas, aufgenommen. Er erläuterte seine geplanten Arbeitsschwerpunkte.
So soll ein Forum Migration und Integration eingerichtet werden, welches mit regelmäßigen Fachtagungen Impulse geben und Kommunikation sowie Kooperationen fördern soll. Weiterhin möchte Haas Weiterbildungsangebote zu interkulturellen Kompetenzen innerhalb der Kommunalverwaltungen forcieren. Hierbei soll interkommunale Zusammenarbeit, also eine enge Abstimmung mit der Stadt Gießen sowie den anderen Kommunen, erfolgen.
Außerdem berichtete Bettina Metz-Rolshausen, Projektkoordinatorin der Stadt Lollar, über den Bildungsplan und über vielfältige Integrationsprojekte, die in Lollar mit der Ausrichtung auf Kinder, Jugendliche, Eltern, sowie Berufsorientierung und -förderung im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt“ ermöglicht und mit verschiedenen Partnern abgewickelt werden.
Sholeh Sharifi, langjährig erfahrene Koordinatorin Gießener Integrationsarbeiten, ging schwerpunktmäßig auf Vorschläge von Migrantenselbstorganisationen ein, die in einem Arbeitskreis behandelt werden. Die Stadtverwaltung Gießen öffne sich den Migranten und wolle die interkulturelle Kompetenz unter den Mitarbeitern erhöhen. Sharifi führte ferner aus, zu welchen Ergebnissen die Bundeskonferenz der Integrationsbeauftragten führte. Schließlich kündigte sie an, dass der diesjährige Tag der Kulturen am 20. August sein werde. Rückblickend auf die letzten fünf Jahre Netzwerkarbeit zeigte sie sich erfreut über die erreichten Ziele und optimistisch hinsichtlich der künftigen Jahre.