Zehn Jahre Freiwilliger Polizeidienst
14.06.2010 - Main-Kinzig
(cs). „Zusammenkunft ist ein Anfang, Zusammenhalt ist ein Fortschritt, Zusammenarbeit ist ein Erfolg“, mit diesem Zitat von Henry Ford leitete Freigerichts Bürgermeister Joachim Lucas am Samtagmorgen sein Grußwort an die freiwilligen Polizeidiensthelfer von ganz Südosthessen ein.
Am Feuerwehrhaus von Horbach feierten die ehrenamtlichen Polizisten gemeinsam mit Bürgern und Kollegen das zehnjährige Bestehen des Freiwilligen Polizeidienst. Zu den weiteren Gratulanten gehörten der Landespolizeidirektor Helmut Lose, Südosthessens Polizeipräsident Günter Hefner und der Beauftragte des freiwilligen Polizeidienstes, Bodo Bode, der als Mann der ersten Stunde von allen Anwesenden einen großen Dank erhielt.
„Dabei“, so gab Lucas später zu, „stand ich als Polizeibeamter dem ehrenamtlichen Dienst sehr skeptisch gegenüber. Als die Gemeindevertretung am 5. April 2005 über die Einführung des Dienst abstimmte, habe ich dagegen gestimmt. Heute weiß ich jedoch, dass sich der freiwillige Polizeidienst im Freigericht erfolgreich etabliert hat, und die blauen Engel vor allem den Bürgern mehr Sicherheit und eine offene Kommunikation bieten.“
Für ihr großes und ununterbrochenes Engagement im freiwilligen Polizeidienst ehrte Lohe zwei Helfer die bereits seit Beginn 2000 dabei sind. Robert Kdemet aus Obertshausen und Günter Löhr aus Bruchköbel nahmen ihre Ehrungen dankbar entgegen.
Landespolizeidirektor Helmut Lohse unterstrich in seiner Rede nicht allein nur den Nutzen für die Bürger, sondern auch die Unterstützung, die vor allem auch die Polizeibeamten durch die freiwilligen Helfer erhielten. „Sie sind dort, wo wir nicht immer sein können. Auch wenn einige Beamte dem Projekt zu Beginn negativ gegenüber standen, sind heute alle überzeugt. In ganz Hessen gibt es 700 freiwillige Polizeihelfer. Das sind 700 paar Augen auf der Straße mehr, die für Sicherheit sorgen. Sie helfen den Bürgern auch bei ihren alltäglichen Sorgen. Seien sie sicher, dass sie dafür nicht nur von den Bürgern, sondern auch von den Polizeibeamten sehr geschätzt werden“„ erklärte Lohse.
In Südosthessen gibt es zur Zeit 93 Helfer, die sich der Pflicht verschrieben haben, den Bürgern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Die Freiwilligen sind im Monat durchschnittlich 20 bis 35 Stunden im Einsatz. Ein Gehalt gibt es dafür nicht. Lediglich eine Aufwandsentschädigung von 140 Euro kann bezahlt werden.
Im Main-Kinzig-Kreis haben sich seit 2000 acht Städte und Gemeinden für den freiwilligen Polizeidienst entschieden. Dazu gehören Bad Orb, Wächtersbach, Gründau, Freigericht, Bruchköbel, Erlensee, Langeselbold und Großkrotzenburg. Insgesamt sind dort knapp 40 Helfer im Einsatz. Eine 60-stündige Ausbildung bereitet sie auf ihren Dienst vor.