JLU sagt Sanierungskonzept für PCB-belastete Zahnklinik zu
08.09.2010
GIESSEN (rst). Die ohnehin sanierungsbedürftige Gießener Zahnklinik ist in Teilen mit dem Umweltgift PCB belastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung der Justus-Liebig-Universität (JLU) sowie des in dem Gebäude untergebrachten Instituts für Humangenetik. Am Dienstag haben JLU-Präsident Joybrato Mukherjee und Kanzler Dr. Michael Breitbach den Mitarbeitern bei einer Personalversammlung ein Sanierungskonzept angekündigt, das voraussichtlich bis zum 15. September vorliegen soll, heißt es in einer Mitteilung der Hochschule.
Zugleich betonten die beiden Präsidiumsmitglieder, dass sie großes Verständnis für die Sorgen der Mitarbeiter hätten, die in dem Gebäude tätig sind. Sobald das Sanierungskonzept zur Beseitigung der Primär- und Sekundärquellen vorliege, soll über weitere konkrete Schritte und Maßnahmen entschieden werden. Die Mitarbeiter würden zeitnah im Rahmen einer Personalversammlung über die Schlussfolgerungen des Präsidiums informiert.
Sollte sich im Lichte des Sanierungskonzeptes herausstellen, dass Gebäudeteile vorübergehend nicht mehr genutzt werden können, werde die Universitätsleitung aus Fürsorgepflicht gegenüber den dort tätigen Mitarbeitern nicht zögern, diese Flächen sofort zu schließen. Der Betreiber des Gebäudes Schlangenzahl 14 ist das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM); die JLU ist Nutzer des Gebäudes.
Der JLU-Präsident sagte den Mitarbeitern im Falle einer besonders großen persönlichen Belastung durch die derzeitige Situation Einzelgespräche mit dem Präsidium, dem Dekanat und den jeweiligen Abteilungsleitern zu, um über Einzelfalllösungen bis zur Vorlage und Auswertung des Sanierungskonzepts (zum Beispiel eine kurzzeitige Arbeitsplatzverlagerung) zu sprechen.
Nicht zum ersten Mal ist die Gießener Zahnklinik in die Schlagzeilen geraten. Nach wie vor ist ungeklärt, wer für die dringend notwendige Sanierung des Gebäudes verantwortlich zeichnet. Während das UKGM die JLU - also das Land - in der Pflicht sieht, argumentiert das Land, der Rhön-Konzern (das UKGM) habe mit dem Erwerb des fusionierten Großkrankenhauses Gießen und Marburg auch die beiden Zahnkliniken gekauft und sei folgedessen für deren Erhalt zuständig. Hinzu kommt, dass der Wissenschaftsrat empfohlen hat, die beiden mittelhessischen Zahnmedizin-Standorte zuammenzufassen.