Von Frankfurt nach Lanzenhain umgezogen
21.01.2012 - LANZENHAIN
Von Philipp Zessin
Die meisten Menschen ziehen vom Land in die Stadt. Bei Gritta Götz ist es genau anders herum: Sie zog im Dezember vergangenen Jahres zusammen mit ihrer Schwester Gabriella nach Lanzenhain. Doch wie sehen ihre Beweggründe dafür aus und welche ersten Erfahrungen sammelte sie im Vogelsberg? Warum hat sie den Entschluss gefasst, von Frankfurt wegzuziehen?
Der Hauptgrund waren für sie die Tiere. Fünf Hunde, sieben Katzen und drei Pferde brauchen Platz, der in Frankfurt nicht gegeben ist. Auf dem neuen Anwesen in Lanzenhain gibt es dagegen genug Platz für alle Tiere. Auch mehr Ruhe und weniger Hektik - also weniger Stress - erwartet sich Gritta Götz von ihrem neuen Leben. „Man hat eine hohe Lebensqualität, wenn man den Fokus auf Umwelt und nicht auf Infrastruktur legt“, so Gritta Götz. Außerdem findet sie, gibt es auf dem Dorf ein ausgeprägteres Vereinsleben, viele Kinder und mehr Rücksichtnahme der Mitbürger: „Es ist mehr ein Zusammenleben als ein aneinander Vorbeileben. Außerdem haben wir nette Nachbarn. Es ist nicht so anonym wie in der Stadt.“ Auch die Ruhe und die schöne Natur waren ein Grund für sie, hierher zu ziehen. Die Hunde könnten einmal bellen, ohne dass sich gleich jemand beschwere, so wie in Frankfurt.
Und Nachteile? Natürlich gibt es auch Nachteile. Gritta Götz erzählt, dass das Handy und der Surfstick meist gar nicht funktionieren. Die Infrastruktur stehe natürlich in keinem Vergleich zu der in einer Stadt wie Frankfurt am Main. Dort muss man nur wenige Meter zu Fuß gehen, um in einen Supermarkt zu gelangen. Hier sollte man schon mal eine Viertelstunde Autofahrt einplanen, um einen Großeinkauf zu machen. Und wie ist es mit der Arbeit? Gritta Götz arbeitet immerhin im rund 80 Kilometer entfernten Frankfurt. Bis nach Lauterbach fährt sie mit dem Auto, ab dort mit der Bahn 105 Minuten nach Frankfurt am Main, wo sie direkt am Hauptbahnhof arbeitet. Und die erste Zwischenbilanz? „Ich bereue es nicht!“, verrät sie. In einem halben Jahr werde ich noch einmal bei Frau Götz vorbeischauen.