Steffen Dahmer: Ich bin kein neuer Mickie Krause
07.01.2012 - FRISCHBORN
Von Gerhard Otterbein
„Kalle Calypso & seine Toffifees“ mit: „So jung…“- Feldzug gegen Alltagssorgen
FRISCHBORN. „So jung, komme mir net mehr zusamme…“ - meldet sich der Erschaffer der „Frauen aus Vinyl“ und der beiden Karnevalslieder „Setzt die Segel“ und „Frischborn Helau“ mit neuem Lied und neuer Kunstfigur aus dem Tonstudio zurück. Steffen Dahmer ist „Kalle Calypso“ und „Kalle Calypso“ ist Steffen Dahmer.
Das Frischbörner Multitalent, der Autor, Komponist, Sänger und Musiker der Band „Veitztanz“, steht jedoch nicht alleine im Rampenlicht. Zusammen mit seinen „Toffifees“ ging er im November und Dezember in die Lauterbacher Tonträgerschmiede „Rekordz“ von Michael (Mächel) Frank, um von dort aus das Genre Stimmungslied zu erobern. Ungewöhnliche instrumentale Unterstützung gab es von vier Musikern der „1. Original Wallenröder Dicke Backe Kapell“ und dem Ulrichsteiner Philipp Wöll mit seiner Steirischen Harmonika.
„Ich will keinen Mickie Krause oder DJ Irgendwas kopieren“, betont Steffen Dahmer. Dennoch ist sein Ziel ähnlich wie das vieler Ballermann- und Aprés-Ski-Sänger - nämlich: Einen musikalischen Feldzug gegen jegliche Alltagssorgen mit seiner Komposition „So jung…“ anzutreten.
Aber: Textpassagen, die unter die Gürtellinie zielen - eindeutig Zweideutiges beschreiben, hat Steffen Dahmer bewusst ausgeklammert. „Von diesem seichten Gereime gibt es mehr als genug!“ Er bringt es mit „Doch alle woll’n wir feiern und darum sind wir hier“ auf den Punkt. Die Gute-Laune-Botschaften verfehlen auch ohne sexistische Inhalte nicht ihr Ziel. Davon kann sich jeder überzeugen.
Heute Vorstellung
Die CD-Produktion wird heute auf dem Frischbörner Rockfasching in der Turnhalle vorgestellt werden. Danach kann jeder das Lied auf der Internetseite (www.veitztanz.de) runterladen, so oft er will abspielen und mitsingen.
„So jung…“ ist nicht nur faschingstauglich, obwohl der Frischbörner Elferrat auch bei dieser Produktion - wie bereits bei Frischborn Helau - mitgewirkt und einen Refrain eingesungen hat. Jedoch ist „Kalle Calypso“ keine Erscheinung des Karnevals „made im Brusloch“. Steffen Dahmer wollte seiner musikalischen Schaffenskraft neue Akzente verleihen und mit der Geburt von „Kalle Calypso & seine Toffifees“ über die Möglichkeit verfügen, mit den unterschied-lichsten Gastmusikern seiner Wahl Stücke - egal welcher Art- aufzunehmen. „Der Sinn ist, unabhängig von bisherigen und auch weiter laufenden Projekten zu sein und mit „Kalle Calypso“ machen zu können, was ich will“, erklärt der Mann, den viele Stimmungsliedchen, die auf sein Ohr treffen, nerven. „Nicht meckern - besser machen“, konterte seine Frau Marion und forderte den Musiker damit heraus. Immer ein Aufnahmegerät in der Tasche, küsste ihn die Muse auf dem Nachhauseweg. „Meinen Lieblingstontechniker Mächel musste ich nicht lange bitten“, beschreibt das Oberhaupt der „Toffifees“ die Anfänge. Dazu gesellten sich auch die Jungs von „Veitztanz“, Matthias Gothe (Schlagzeug) und Stefan Krätschmer (Bass). Ohne deren Unterstützung zu schmälern, schwärmt Dahmer immer wieder vom Blasmusikeinsatz von Thomas Caspar, Klaus Scheuer, Frank Caspar und Samantha Jayne Ingram-McMahon und den Klängen der Steirischen Harmonika, die Philipp Wöll zauberte.
Harmonie und Spaß
„Das Lied ist so geworden, wie es sich in meinem Kopf immer angehört hat!“ Von Beginn an beherrschten Harmonie und ein ungeheurer Spaßfaktor alle Beteiligten - wie es sich für ein Stimmungslied gehört. Vielleicht ist „So jung…“ deswegen so ansteckend, geht in die Ohren und bleibt dazwischen stecken.
Bleibt die Frage an Steffen Dahmer: Vorhaben - die Welt der Stimmungslieder mit einem besonderen Titel zu verbessern und Alltagssorgen wegzublasen - erfüllt? Komponist und „Toffifees“ sind zufrieden. Das letzte Wort hat nun das Publikum. Vielleicht singt es in ferner Zukunft in den Stimmungshochburgen Mallorcas und in den Skihütten rund um St. Anton und Lech am Arlberg: „So jung…“