An ihr ist eine gute Kabarettistin verloren gegangen
04.09.2010 - LAUTERBACH
Von Martin G. Günkel
Annina Braunmiller über ihre Arbeit als Synchronsprecherin für „Twiglight“
Vom Ergebnis sei man als Synchronsprecher oft selbst überrascht, da man oft ohne die Kollegen im Studio stehe und seine Takes alleine aufnehme.
Einmal, so Braunmiller, habe sie zusammen mit ihrem Kollegen Johannes Raspe eine Kino-Vorführung von „Twilight“ besucht. Beim Hinausgehen hätten sie wie ihre Synchronrollen Bella und Edward gesprochen - und niemandem sei aufgefallen, dass das die Stimmen aus dem Film waren. Weil ihre Stimme vom Filmpublikum jeweils mit einem anderen Gesicht assoziiert werde, werde sie niemals an der Stimme erkannt.
Annina Braunmiller bietet noch viele weitere Einblicke dieser Art und bindet einmal auch ein paar Besucher ein, um vorzuführen, wie ein Sturz synchronisiert wird. Die Roman-Passagen arbeitet sie sehr sinnvoll und passend ein. Als Gestalterin eines solchen Abends ist sie genauso hervorragend wie im Synchronstudio.
Angesichts der großen Euphorie verwundert es ein wenig, dass einige Plätze leer geblieben sind. Andererseits ist sogar ein Fan aus der Nähe von Bamberg angereist, um die Stimme von Kristen Stewart zu erleben.
Anders als bei vielen anderen Kassenschlagern dieser Größenordnung ist die Begeisterung bei der „Twilight“-Reihe nachvollziehbar. Diese Filme zeigen eine ganz eigentümliche Wunsch-Phantasie, in der Liebes- und Todessehnsucht eine untrennbare Einheit bilden. Die ersten zwei Filme laden diese Sehnsucht faszinativ auf, ehe der dritte die Zuschauer dazu bringt, die eigene Haltung dazu zu überdenken.
Mit der Lesung von Annina Braunmiller mit einer anschließenden Vorführung von „Eclipse - Bis(s) zum Abendrot“ ist ein Höhepunkt in der Reihe „Der Vulkan lässt lesen“ gelungen. Diese Reihe wird von der OVAG sowie den Buchhandlungen „Lesezeichen“ in Lauterbach und „Am Markt 2000“ in Alsfeld veranstaltet.
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