Statue im Kurpark und Asyl für Strohbär
06.02.2012 - HERBSTEIN
Jubiläumssitzung der Fastnachtsvereinigung Herbstein - Bajaß bekam Insignien der Macht überreicht
(gst). „Mit Helau grüßt Euch die FVH zur Sitzung im Jubiläumsjahr, mit 60 Jahren noch so in Schwung, Herbsteins Fastnacht, die bleibt ewig jung“. Zutreffender hätte Protokoller Dirk Jöckel bei der 1. Großen Prunk- und Fremdensitzung der Fastnachtsvereinigung (FVH) im vollbesetzten Haus des Gastes die närrische Atmosphäre nicht „anheizen“ können. Unter dem Motto „60 Jahre FVH, bekannt von Deutschland bis Amerika“ wurde wieder deutlich, dass die Fastnacht in der „Stadt auf dem Berge“ einen hohen Stellenwert einnimmt. Mit großem Engagement wurden viele karnevalistischen Delikatessen mit eingepackt in das närrische FVH-Schiff, das sich oftmals auf hohen Wellen der Begeisterung bewegte. Durch das fünfstündige Non-Stop-Programm führten FVH-Präsident Manuel Hensler und sein Vertreter Christoph Ruhl mit gewohnt launigen Versen.
Die „Kleinen Fünkchen“ eröffneten den tänzerischen Reigen. Protokoller Dirk Jöckel beleuchtete kritisch die politischen und wirtschaftlichen Seiten der Gesellschaft. Vor allem aber freute er sich, dass die seit 1957 durchgeführten Prunk- und Fremdensitzungen sich immer wieder großer Beliebtheit erfreuten. „Das letzte Hemd gehört der FVH“, stellte gesanglich der Elferrat fest.
Immer dann, wenn „Seine Tollität“ Einzug hält, erhebt sich die Narrenschar zu seinen Ehren. So auch diesmal, als „Prinz Michael I.“ seine erste große Aufwartung machte. Präsident Manuel Hensler oblag es, dem neuen Herrscher Krone, Stab und Zepter zu übergeben. Der Bajaß erinnerte in seiner Thronrede daran, dass er einer echten Fastnachtsfamilie entstamme und sowohl von Vater Martin, der 16 Jahre lang Protokoller der FVH war, aber auch von Mutter Andrea die „Fouselt“ in die Wiege gelegt bekommen habe. „Michael I. Herrscher von Wirtschaft und Politik“ bekannte auch eindeutig: „Es kann für mich nichts Schöneres geben, als als Herbsteins Bajaß die Foaselt mit zu erleben“. Seine elf Paragraphen im Rahmen der Thronrede ließen jedenfalls keinen Zweifel daran erkennen, wer nun das Zepter schwingt.
„Es ist schon immer so gewesen, dass der Bürgermeister unsrer Stadt, Kass‘ und Schlüssel übergaben hat. Die Insignien der Macht habe ich heut‘ für den Bajaß mitgebracht“, versicherte Bürgermeister Bernhard Ziegler, der aber auch feststellte,: „Die FVH erfindet sich immer wieder neu, und das mit Schwung, sie ist nicht 60 Jahre alt, nein, sie ist 60 Jahre jung, so ist es nun angebracht, dir zu überreichen, die Insignien der Macht. “
Beginnen Männeraugen zu glänzen, dann ist klar, es tanzt das große Ballett der FVH. So wurden dann auch die 16 temperamentvollen Girls mit ihrem Ehrentanz ihrem Ruf vollauf gerecht und es gab die ersten Raketen.
Bis vor zwei Jahren traten sie noch als „Michalbacher Spatzen“ auf, jetzt eroberten sie als „The Crazy Mountain Birds“ die Herzen der närrischen Besucher, die Bewohner des Herbsteiner Behindertenwohnheims mit Broder Braumüller an der Spitze. Ihre rhythmischen gesanglichen Darbietungen waren gepaart mit Sprachgesang und Rap-Melodien, aber auch Stimmungssongs.