Lieferengpass wegen Schweinegrippe-Virus - Dr. Reygers empfiehlt alternative Angebote
(sgs). Schon seit Tagen sind Impfstoffe für Kinder knapp, mittlerweile sind sieben von ihnen gar nicht mehr zu kriegen. Eine Gefahr für Säuglinge und Kleinkinder aber sieht Dr. Henrik Reygers, der stellvertretende Leiter des Kreisgesundheitsamtes im Vogelsberg, nicht. Denn: Es gibt durchaus alternative Angebote von anderen Herstellern, erklärte der Mediziner gestern auf Anfrage unserer Zeitung.
Zum Hintergrund: Kinder und Jugendärzte haben in den letzten Tagen Alarm geschlagen, weil die Firma GlaxoSmithKline (GSK) keine Mehrfach-Impfstoffe liefern konnte. Der Hersteller war durch die Produktion des Schweinegrippe-Impfstoffs ausgelastet, nannte der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts, (PEI), Klaus Chichutek, als Grund für die Lieferschwierigkeiten.
Nicht zu bekommen ist im Moment unter anderem ein Vierfach-Impfstoff von GlaxoSmithKline, der Kinder gegen Masern, Mumps, Röteln und Windpocken schützt.
Ebenfalls nicht ausgeliefert werden kann der einzige verfügbare Sechsfach-Impfstoff. Mit nur einem "Pieks" konnten Säuglinge damit gegen Diphtherie, Tetanus, Keuchhusten, Kinderlähmung Hepatitis B und gegen das Bakterium "Haemophilus influenzae Typ b", das sogar eine eitrige Hirnhautentzündung hervorrufen kann, geschützt werden.
Gerade der Engpass bei diesem Sechsfach-Serum macht der Ständigen Impfkommission (Siko) des Bundes nach Angaben einer Sprecherin am meisten Sorgen. Befürchtet wird von der Siko gar, dass zahlreiche Säuglinge im ersten Lebensjahr nicht gegen die wichtigen Kinderkrankheiten immunisiert werden können.
Dr. Reygers vom Gesundheitsamt in Lauterbach sieht die Lage indes nicht ganz so kritisch: "Es gibt alternative Impfstoffe", sagte er gestern und empfahl, auf andere Anbieter zurückzugreifen. Zwar gebe es keinen weiteren Sechsfach-Impfstoff auf dem Markt, aber durchaus andere Mehrfach-Seren. Mit einem zusätzlichen Piekser - sprich einer weiteren separaten Impfung - könnten Säuglinge und Kinder also ebenfalls den vollen Impfschutz bekommen.
Außerdem, so Dr. Henrik Reygers, könnten Impftermine auch "ein bisschen nach hinten" geschoben werden, bis wieder genügend Impfstoff vorhanden auf dem Markt ist.
Der Lauterbacher Mediziner empfiehlt allen Eltern, die sich im Moment unsicher sind, wann und womit sie ihre Kleinen impfen lassen sollen, sich mit ihrer Kinderarztpraxis in Verbindung zu setzen.