Donnerstag, 17. Mai 2012 09:38 Uhr
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Lauterbacher Anzeiger

Lauterbach 

"Ein Meilenstein für die ganze Region"

24.04.2010 - LAUTERBACH

Neubau des Eichhof-Krankenhauses offiziell eingeweiht - Minister Banzer wirbt um Zusammenarbeit

(gl). Die Gäste der Einweihungsfeier waren sich einig: Der Neubau des Lauterbacher Eichhof-Krankenhauses ist ein "Meilenstein für die ganze Region", wie es Landrat Rudolf Marx betonte. Gesundheitsminister Jürgen Banzer warb in seiner Festansprache für die Zusammenarbeit aller in der Medizin Tätigen, um den Menschen gerade in den ländlichen Räumen eine optimale medizinische Versorgung zu gewährleisten. Denn unter dem Strich - ungeachtet von Kostendenken und Wettbewerb - komme es genau darauf an.

Verwaltungsdirektor Dr. Christof Erdmann stellte schon in seiner Begrüßung fest, dass den Gästen der Einweihung allesamt die heimatnahe medizinische Versorgung der Menschen am Herzen liege. Der Neubau sei ein maßgeblicher Beitrag zur Zukunftssicherung der gesamten Region - ein Gedanke, den anschließend die meisten Redner in der einen oder anderen Form aufgriffen. Erdmann betonte zudem, dass die Versorgung künftig unter optimierten Bedingungen für die Arbeitskräfte des Krankenhauses erfolge.

Auch Gesundheitsminister Jürgen Banzer stellte die medizinische Versorgung der ländlichen Räume in den Mittelpunkt seiner Ansprache. Mit 32,3 Millionen Euro repräsentriere das Projekt die größte öffentliche Investition im Vogelsberg seit Menschengedenken. Damit werde auch eine Zukunftsbejahung deutlich: "Wer baut, der bleibt." Banzer nannte das Krankenhaus "unbedingt notwendig". Einrichtungen dieser Größe hätten eine Zukunft. Das Eichhof-Krankenhaus gehöre zur Notfallversorgung in Hessen.

Banzer betonte, mit dem Ausbau der entsprechenden Infrastruktur müsse man dem Wegzug von immer mehr Menschen entgegenwirken. Gerade die Gesundheit spiele bei der Abwägung einer solchen Frage eine maßgebliche Rolle. Gleichzeitig warb der Minister für die kleineren Einrichtungen, denn Größe allein bedeute noch keine Effizienz. Entschieden warb Banzer für enge Zusammenarbeit im Gesundheitswesen - auch wenn natürlich der Wettbewerb eine Rolle spiele. Da der kranke Mensch sich aber nicht wie ein Verbraucher verhalten könne, müsse es letztlich um dessen optimale Versorgung gehen. Dazu sei die Kooperation von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten unabdingbar. Banzer mahnte aber auch, die moderne medizinische Technik müsse ergänzt werden durch einen gesundmachenden Geist. "Und der ist die Stärke von Häusern dieser Größe".

Architekt Mathias Kirschner ging auf die Baugeschichte ein und erläuterte, dass der Neubau nur der erste Bauabschnitt des Gesamtprojektes ist. Im zweiten Abschnitt wird der vorhandene Funktions- und Bettentrakt umgebaut und saniert. Er überreichte den symbolischen Schlüssel an den Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Heilanstalt für Kranke, Hans-Jürgen Schäfer.

Schäfer ging in seiner Ansprache ebenfalls auf die achtjährige Baugeschichte ein. Das Ergebnis der ganzen Beratungen könne sich sehen lassen. Letztlich entscheidend für den Baubeschluss sei das klare Bekenntnis der Landesregierung zum Standort Lauterbach gewesen. Es gebe nun klare Bestandsgarantien für die Häuser in Lauterbach und in Alsfeld.

Schäfer erläuterte, dass nun bald der zweite Bauabschnitt in Angriff genommen werden soll. Bis zu dessen Fertigstellung werde es hier und da etwas behelfsmäßig zugehen. Aber im Mittelpunkt stehe immer die Versorgung der kranken Menschen. Die Menschen aus dem Vogelsberg fühlten sich nun einmal in einem Haus dieser Größe wohl.

Dekan Stefan Klaffehn, der zusammen mit dem katholischen Pfarrer Heinrich Schäfer den Segen sprach, betonte, nur im Zusammenklang von Professionalität, Wirtschaftlichkeit und Menschlichkeit könne es gelingen, den Menschen wirksam zu helfen. Das verdeutlichte der Dekan an einem Paar Schuhe mit jeweils drei Schnürsenkeln.

Landtagsabgeordneter Kurt Wiegel betonte, der Neubau stehe auch für die Zukunft der Stadt. Landrat Rudolf Marx, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des Alsfelder Kreiskrankenhauses, nannte den Bau einen Meilenstein nicht nur für die Stadt, sondern für die ganze Region. Es gelte, den ländlichen Raum in der medizinischen Versorgung gut abzusichern. Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller unterstrich, ein Krankenhaus sei ein wichtiger Standort- und Wirtschaftsfaktor. Schließlich sei die Stiftung der zweitgrößte Arbeitgeber der Region und ein qualifizierter Ausbildungsbetrieb. "Das Krankenhaus genießt sehr, sehr hohes Vertrauen bei den Menschen der Region." Auch DRK-Kreisvorsitzender Bernhard Ziegler betonte, der Neubau sei ein Beitrag zur Sicherstellung der medizinischen Infrastruktur und diene der Stärkung der gesamten Region.

In seinem Schlusswort meinte Stiftungsrats-Vorsitzender Dr. Hanns-Ulrich Wagner betonte die Verpflichtung der Mitarbeiter, im Sinne des christlichen Geistes der Stiftung gut zu arbeiten und sich den Kranken menschlich zuzuwenden.

Die Feier in der Eingangshalle des Neubaus wurde musikalisch umrahmt von der Lauterbacher Jugendkantorei unter der Leitung von Claudia Regel.


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