„Schneewittchen muss sterben“: Lesegenuss und Gaumenfreuden
09.10.2010 - HOMBERG
Lesung zur Buchmesse in der Homberger Stadthalle mit Nele Neuhaus
(mli). Die Homberger Buchhandlung und die Stadt Homberg hatten am Donnerstagabend zu einer Autorenlesung mit Nele Neuhaus aus ihrem Buch „Schneewittchen muss sterben“ in die Stadthalle eingeladen. 140 Interessierte wollten neben dem Lesegenuss auch noch an Gaumenfreuden aus der Küche von Martin Jantosca teilhaben.
Ulrike Sowa und Sylke Bösking-Rieß von der Buchhandlung eröffneten die Lesung zur Buchmesse, die mittlerweile ein fester Bestandteil im Homberger Kulturangebot sei.
Neuhaus stellte ihren Weg von den Anfängen zur Erfolgsautorin vor. Die Autorin wurde 1967 in Münster geboren, lebt seit ihrer Kindheit im Taunus, arbeitet in einer Werbeagentur und studierte Jura, Geschichte und Germanistik. Seit ihrer Heirat unterstützt sie ihren Mann im Familienbetrieb und schreibt nebenher Krimis und Jugendbücher.
Bei ihrem neuen Werk handelt es sich um die vierte Folge einer Reihe. In dessen Mittelpunkt stehen die Hofheimer Kripobeamten Pia Kirchhoff und Oliver von Bodenstein, die zu einem mysteriösen Verkehrsunfall gerufen werden. Eine Frau stürzt von einer Fußgängerbrücke auf ein fahrendes Auto. Ein Zeuge glaubt beobachtet zu haben, dass die Frau von der Brücke gestoßen wurde. Die Ermittlungen führen in das kleine Taunusdorf Altenhain, in dem das Unfallopfer Rita Cramer früher gelebt hat. Elf Jahre zuvor verschwanden dort zwei 17-jährige Mädchen spurlos. In einem reinen Indizienprozess wurde der damals 20-jährige Tobias Sartorius, Rita Cramers Sohn, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Bodenstein und Kirchhoff erfahren, dass Tobias nach Verbüßung seiner Haftstrafe vor kurzem in seinen Heimatort Altenhain zurückgekehrt ist. Hat der Angriff auf seine Mutter etwas mit seiner Rückkehr zu tun? Im Dorf stoßen die beiden Ermittler auf eine Mauer des Schweigens. Als wieder ein Mädchen verschwindet, scheinen sich die Ereignisse der Vergangenheit auf unheilvolle Weise zu wiederholen. Für Pia Kirchhoff und Bodenstein beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, denn für die Dorfbewohner steht sofort fest, wer der Schuldige ist und sie sind entschlossen dieses Mal die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Neuhaus schilderte die Entlassung von Tobias Sartorius aus der Strafanstalt Rockenberg und beleuchtet seine Gefühle realitätsnah.
Dann erläuterte die Autorin die Sprachwendungen im Taunus, da heiße Jakob Bäcker nämlich der Bäcker Jakob. Alles habe in so einem kleinen Dorf zwei Seiten, eine gute und eine schlechte, und wer jeden kennt, kenne auch die Leichen im Keller.
Die Lesung erreichte, was man erwartete. Die Schilderung der Heimkehr und der Umgang mit der Vergangenheit sowie die Probleme, die die Eltern hatten, verbunden mit dem Gerede. Neuhaus legte in ihre Aussprache den alten Frankfurter Dialekt und stellte bewusst Ausschnitte vor, zum Beispiel wie aus einer unbedeutenden Geschichte eine dramatische wurde. Sie sorgte für Spannung und erhöhte diesen Effekt noch durch schnelles oder abgekürztes Vortragen.
Den Abschluss der Lesung bildeten Hinweise zu Recherchen, um überhaupt einen Mord beschreiben zu können. Die letzte Aussage lautete: „Ihr wollt ja einen Toten, nicht ich, oder?“
Martin Jantosca hatte in den die Lesung begleitenden Menus bewusst einen „Menü-Teller Taunus“ mit Rindfleischbällchen, Rote-Beete-Bratlinge an Senfmousse, Taunus-Törtchen und Kürbis-Kartoffel-Feldsalat kreiert. Beim „Menü-Teller Homberg“ handelte es sich um eine vegetarische Genussfolge mit Handkäseauflauf und Rote Beete, Homberg-Törtchen und Kürbis-Kartoffel-Feldsalat.
Man hörte nur Positives zu den Menüs selbst und auch zur Idee die Lesung mit Gaumengenüssen zu präsentieren. Marga Wöll und Theresa Nuhn aus Maulbach waren anwesend und erwähnten in einem kurzen Interview, dass diese Variante gerne angenommen werde und eine zusätzliche besondere Note beinhalte.