Was viele nicht wissen: Bei Bewerbern schauen Arbeitgeber oft auf das Profil im Netz
Jeder kennt sie, fast jeder Jugendliche nutzt sie. Soziale Netzwerkgruppen liegen zurzeit sehr im Trend. Sie ermöglichen nicht nur jungen Menschen, sich einfach und unkompliziert per Internet auszutauschen. Die Nutzer und Nutzerinnen sehen viele Vorteile. So hat man einen Überblick über das aktuelle Geschehen beziehungsweise über Veränderungen im Bekanntenkreis. Es werden aber auch Kontakte aufgefrischt mit Menschen, die man beispielsweise nach der Schulzeit aus den Augen verloren hat. Leider übersehen viele, vor allem Jugendliche, dennoch die gravierenden Nachteile.
Mittlerweile wird die Nutzung oft kritisch gesehen. So stellen sich zum Beispiel die Fragen "Was ist mit der Veröffentlichung persönlicher Daten?", "Sind diese zugänglich für jeden?", "Gibt es eventuell Sicherheitslücken?".
Es ist dringend notwendig, sich über diese Fragen Gedanken zu machen. Man kann sich nie zu 100 Prozent sicher sein, dass Daten, die angegeben werden, nicht auch weitergereicht werden. Man hat keinen Überblick und kann es auch nicht mehr kontrollieren. Alles, was im Netz eingestellt wurde, ist für Dritte erkennbar. Für welche Dritte, wissen wir nicht.
Besonders Menschen, die sich bei Unternehmen bewerben, sollten dies wissen. Das gilt natürlich vor allem für junge Menschen, die die Schulen verlassen, denn es ist allgemein bekannt, dass viele Unternehmen das Internet und auch eventuell diese sozialen Netzwerkgruppen nutzen, um zu erfahren, "welche Person" sich bei ihnen bewirbt. Als Jugendlicher ahnt man in der Regel von alledem nichts, man fühlt sich frei, vieles über sich selbst preiszugeben. Dabei nimmt man auch kein "Blatt vor den Mund" . So werden Fotos von der letzten durchzechten Nacht veröffentlicht, man tauscht sich aus, welchen gewöhnlichen oder ungewöhnlichen Hobbys man nachgeht oder stellt plötzlich fest, dass die Freunde schwierige Probleme haben, von Drogen oder Ähnlichem loszukommen.
All diese Informationen könnten nicht nur an den Bekanntenkreis gelangen, sondern auch an die Unternehmen, bei denen man versucht hat, sich zu bewerben. Es wird nicht nur auf die Bewerbungsmappen geachtet, sondern mittlerweile auch auf die Präsentationen der eigenen Person im Web. Man sollte deshalb darauf achten, was andere von einem selbst im Internet finden und gegebenenfalls selbst für "positive Beiträge" sorgen.
Christina Hanauer und Maria Gross, Klasse 12 Asbü, Vogelsbergschule Lauterbach.