Amedick kommt, Helmes nicht
01.02.2012 - FRANKFURT AM MAIN
Eintracht verstärkt sich mit Lauterer Verteidiger - Keine Einigung mit Wolfsburg
FRANKFURT (pep). Die Frankfurter Eintracht hat auch gestern noch einmal alles versucht, doch am Ende waren alle Bemühungen um Wunschspieler Patrick Helmes vergeblich. Der Transfer ist an den finanziellen Forderungen von VfL-Trainermanager Felix Magath gescheitert. Eintrachts Trainer Armin Veh muss also im zweiten Saisonteil ohne neuen Stürmer auskommen. Dafür kann er auf einen weiteren Abwehrspieler bauen, vom 1. FC Kaiserslautern kommt Martin Amedick. Im Gegenzug verlässt Verteidiger Georgios Tzavellas die Eintracht und wechselt zum AS Monaco.
Um 18.30 Uhr gestern Abend hatte die Eintracht nach der großen Enttäuschung in Form einer Pressemitteilung die Sprache wieder gefunden. Die Eintracht habe bis zum Ende des Transfersfensters im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten „alles versucht“ um Helmes zu verpflichten, „doch aufgrund unterschiedlicher Vorstellungen konnte dieser Wechsel nicht realisiert werden“, sagte Sportdirektor Bruno Hübner. Eine Alternative habe man nicht verfolgt, „weil die sportliche Leitung von der Qualität innerhalb des Kaders überzeugt ist.“ Ausdrücklich hat sich die Eintracht bei Patrick Helmes für das „entgegengebrachte Vertrauen“ während der gesamten Verhandlungszeit bedankt.
Der Spielerpoker ist also ganz anders gelaufen, als gewünscht. Geholt werden sollte ein Stürmer, gekommen ist ein weiterer Abwehrspieler. Trainer Veh muss in der Rückrunde nach dem Verkauf von Theofanis Gekas in die Türkei sogar mit einem Angreifer weniger auskommen und zudem hoffen, dass der verletzte Mohamadou Idrissou schnell wieder auf die Beine kommt. Schief gegangen ist auch der Versuch, Habib Bellaid noch abzugeben. Der französische Abwehrspieler hat keinen neuen Arbeitgeber gefunden. Von Aufbruchstimmung in Frankfurt also keine Spur.
Als mittags um Zwölf die Deutsche Fußball-Liga die letzte Transferliste dieser Periode veröffentlichte, war klar, dass Eintrachts Vorstandvorsitzender Heribert Bruchhagen und Sportdirektor Bruno Hübner noch viel Arbeit haben würden. Die Namen von vielen möglichen Kandidaten für Kauf und Verkauf waren auf die Liste 89/12 aufgenommen worden. Vor allem jener von Patrick Helmes. Damit hatte sich die Eintracht Zeit verschafft, den Wechsel bis 18 Uhr doch noch zu realisieren. Doch trotz eines angeblich noch einmal verbesserten Angebots kam es zu keiner Einigung mit Felix Magath.
Um kurz nach 13 Uhr hatten die Frankfurter einen anderen, eher überraschenden Wechsel als perfekt gemeldet. Der 28 Jahre alte Martin Amedick hatte die medizinische Untersuchung erfolgreich absolviert und einen Vertrag bis zum 30.Juni 2014 unterschrieben, der sowohl für die zweite als auch für die erste Liga gültig ist. Über die Ablösesumme hatten beide Vereine Stillschweigen vereinbart. Der 1,94 Meter große Amedick hat für Kaiserslautern und Borussia Dortmund insgesamt 74 Bundesligaspiele absolviert, dazu für die Pfälzer noch 93 Zweitligaspiele. In dieser Saison wurde er 14 mal eingesetzt, davon in 13 Spielen über 90 Minuten. „Wir freuen uns, dass wir mit Martin noch einen weiteren Abwehrspieler hinzugewinnen konnten“, sagte Sportchef Hübner, der vor zwei Wochen ja schon Heiko Butscher vom SC Freiburg geholt hatte. Der Spieler sprach von einer „neuen Herausforderung, auf die ich mich sehr freue.“ Amedick wird bei der Eintracht die Rückennummer 5 tragen. Da Habib Bellaid keinen neuen Arbeitgeber gefunden hat, stehen im Kader der Eintracht nun mit den Neuzugängen Butscher und Amedick sowie Bamba Anderson, Gordon Schildenfeld und Bellaid fünf Innenverteidger.
Am Nachmittag war dann klar, dass nach Gekas auch der zweite griechische Profi den Verein verlassen würde. Der 24 Jahre alte Tzavellas wurde zunächst nach Monaco ausgeliehen, der ehemalige Europapoalfinalist, der aktuell nur in der zweiten französischen Liga spielt, hat sich aber eine Kaufoption mit festgeschriebener Ablösesumme gesichert.