„Dürfen uns nicht überraschen lassen“
21.02.2012 - GIESSEN
Von Ulrich G. Monz
Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson zollt HSG Wetzlar großen Respekt - Anreise direkt von Madrid aus
BERLIN. Eine mit 8698 Zuschauern fast ausverkaufte Berliner Max-Schmeling-Halle, ein knapper 24:20-Erfolg über den SC Magdeburg und ein überragender Iker Romero im lila-gelben Dress der Füchse sorgten vor knapp einer Woche für einen eindrucksvollen Handball-Event in der Bundeshauptstadt. Nach der Partie stand Füchse-Coach Dagur Sigurdsson dem Gießener Anzeiger Rede und Antwort.
Herzlichen Glückwunsch, Herr Sigurdsson, zu dem verdienten Sieg, der ohne Alexander Petersson und Abwehrstratege Denis Spoljaric zustande kam. Nach der Europameisterschafts-Pause schlägt die Doppelbelastung Bundesliga und Champions League wieder zu und ausgerechnet jetzt fehlen den Füchsen zwei so wichtige Spieler.
Dagur Sigurdsson: Wir sind gut vorbereitet, um eine solche Doppelbelastung auszuhalten. Das wird ja in den nächsten Wochen unser Rhythmus sein. Sicher wiegt der verletzungsbedingte Ausfall von Alex Petersson schwer, doch die Mannschaft kompensiert sein Fehlen sehr gut. Denis Spoljaric hat trotz seiner Achillessehnenreizung in der zweiten Halbzeit gegen Chekhovskie Medvedi Moskau gespielt. Sein Einsatz ist wertvoll, wenn er gegen Atletico Madrid und in Wetzlar spielen muss.
Apropos Wetzlar. Die Mittelhessen haben sich in der Hinrunde in Berlin nur knapp mit 23:25 geschlagen gegeben. Die Partien gegen Wetzlar waren schon immer auch emotionsgeladen, was erwarten Sie am Mittwoch?
Sigurdsson: Ich hoffe auf ein gutes Spiel und natürlich auch auf zwei Punkte für uns. Doch jede Begegnung muss erst einmal gespielt werden. Ich weiß, dass Wetzlar vor eigenem Publikum zu besonderen Leistungen fähig ist.
Die HSG Wetzlar steht vor einem Umbruch. Für die neue Saison sind bereits namhafte Spieler verpflichtet worden. Das Team steht auf einem einstelligen Tabellenplatz. Wie betrachten Sie die Entwicklung beim Gegner?
Sigurdsson: Die Wetzlarer Verantwortlichen machen einen guten Job, besonders Gennadij Chalepo als Trainer. Die Mannschaft ist stabil und verfügt über verschiedene Deckungssysteme. Wir fahren mit großem Respekt nach Wetzlar und dürfen uns nicht überraschen lassen.
Iker Romero hat heute die Weichen auf Sieg gestellt. Drei Tore infolge vom 15:14 bis zum 18:15, obwohl er zuvor nur auf der Bank saß.
Sigurdsson: Iker hat uns wieder einmal sehr geholfen. Wenn er von der Bank aufs Parkett kommt, dann ist er sofort da und übernimmt Verantwortung. Seine internationale Erfahrung kommt uns dann zugute. Aber nicht nur im Spiel, sondern auch außerhalb des Feldes zeigt er, wie wertvoll er für uns ist. Iker ist ein „Stimmungsmensch“, der andere mitreißen kann.
Nach dem Champions-League-Spiel in Madrid geht es nach Deutschland zurück. Wie sieht die Anreise nach Wetzlar aus?
Sigurdsson: Wir fliegen nicht nach Berlin, sondern landen am Montag in Frankfurt und fahren dann nach Wetzlar. Ich hoffe, dass wir dort bis Mittwoch auch eine Halle zum Trainieren haben... (lacht).