Drohnenspende für Jägerschaft

Marco Steudter (rechts) übergab in Freiensteinau an Hans-Ulrich Weidner (Zweiter von rechts) eine Drohne zur Mitnutzung an die Kreisjägervereinigung. Die soll dazu beitragen, vor der ersten Mahd Rehkitze im Gras aufspüren zu können. (Foto: Stock)

FREIENSTEINAU/SCHLECHTENWEGEN - (gst). Die Monate April und Mai sind die zwei Monate, die Landwirte, Tierschützer und Jäger besonders „fürchten“. Es ist die Zeit, wenn die Ricken ihren Nachwuchs bekommen haben, bei den Landwirten die erste Mahd beginnt und viele Rehkitze in Hessen ihr Leben verlieren, wenn sie, im hohen Gras liegend, von den landwirtschaftlichen Maschinen erfasst werden.

Dieses Drama wiederholt sich jedes Jahr. Durch moderne Drohnen-Technik kann der Tod der Tiere verhindert werden und die Tierverluste deutlich verringert werden. Voraussetzung ist aber, dass die Drohnen-Flieger entsprechend ausgebildet werden und die Drohnen-Technik überhaupt zur Verfügung steht. Trotz unterschiedlicher Interessenslagen eint Jägerschaft und Landwirtschaft die Liebe zu den Tieren.

Ein Beispiel hierfür ist die Jagdgenossenschaft Schlechtenwegen und deren Jagdpächter Walter Heß. Sie wollen dem sinnlosen Tod der süßen Rehkitze nicht mehr tatenlos zusehen und haben gemeinsam eine Drohne angeschafft, die sie auch der Jägervereinigung Lauterbach zur Verfügung stellen wollen. Wenn diese im Bereich der Jagdgenossenschaft Schlechtenwegen nicht benötigt wird, soll sie auch bei den Jägern und Landwirten im weiteren Umkreis Verwendung finden. Beispielhaft sind die Mitglieder der Mannschaft Schlechtenwegen nicht nur im Hinblick auf die aufgewandten Mittel, sondern Roland Salomons, Sascha Mangel sowie Walter Heß und Henrik Heß haben den notwendigen Drohnen-Führerschein erworben und können so die Landwirte direkt vor Ort unterstützen.

3 000 Euro haben die Jagdgenossen aus Schlechtenwegen und Jagdpächter Walter Heß beigesteuert, 1 500 kommen von der Jägervereinigung, und Fördermittel ermöglichten den Kauf der Drohne, die mit über 8000 Euro nicht gerade billig war, aber dafür sehr effektiv eingesetzt werden könne, so der Schlechtenwegener Jagdvorsteher Marco Steudter.

Dieser war jetzt nach Freiensteinau gekommen, um an den Vorsitzenden der Kreisjägervereinigung, Hans-Ulrich Weidner, die Drohne „symbolisch“ für die Nutzung zu überreichen. Die Kreisjägervereinigung hatte an diesem Tag zu einer Drohnen-Schulung mit Marcus und Nadine Wrobel von der Firma Rhein-Main-Drohne ins Vereinsheim des Fastnachtsvereins „Kikiriki“ eingeladen. Hans-Ulrich Weidner freute sich natürlich über die Bereitschaft der Anwesenden, sich an dieser Drohnen-Schulung zu beteiligen, um somit eine zusätzliche Unterstützung für Landwirte und Jäger zu ermöglichen. Nur wenn genügend Personen über einen Drohnen-Führerschein verfügten, könne man in der kurzen Zeit der ersten Mahd effektiv das Sterben der Rehkitze verhindern, denn der Drohnen-Einsatz sei für die Landwirte kostenlos und müsse oft auch kurzfristig erfolgen. Die Arbeit werde ehrenamtlich erledigt.

An der Drohnen-Schulung haben auch Aktivistinnen und Aktivisten des Freiensteinauer Vereins „FreiKitz – Freiensteinauer Kitzrettung“ teilgenommen, um sich im Fliegen einer solchen Drohne ausbilden zu lassen. Der Verein sammelt selbst Geld für eine Drohne mit Wärmebildkamera, die er Landwirten für die Absuche der Wiesen zur Verfügung stellen will, Mitglieder würden sie auch steuern. Das Spendenkonto hat die IBAN DE 91 5185 0079 0027 1968 45 (Empfänger „FreiKitz – Freiensteinauer Kitzrettung e.V.“, Verwendungszweck „Spende für Verein“). Da „FreiKitz“ ein als gemeinnützig anerkannter Verein ist, können solche Spenden bei der Einkommenserklärung angegeben werden.