Posaunenchor Rixfeld feiert am Sonntag 90-jähriges Bestehen

Von hgh

Die Musiker im Jahr 2002 mit dem langjährigen Leiter Karl Luft (vorne, Zweiter von rechts). Foto: Posaunenchor

RIXFELD - (hgh). "Musizieren zum Lobe Gottes und den Menschen zur Freude" - dies hat sich in Anlehnung an den Psalm 150, "Lobet ihn mit Posaunen", der Posaunenchor Rixfeld seit seiner Gründung im Jahre 1929 stets zur Aufgabe gemacht. Jetzt können die derzeitig 20 Bläserinnen und Bläser um ihren Chorleiter Wolfram Mohr in einem Festgottesdienst am Sonntag, 29. September, um 14 Uhr in der Rixfelder Kirche ihr 90-jährigen Bestehen feiern.

Der aus Schadges stammende Herbsteiner Schreinermeister Georg Rausch war es, der im Januar des Gründungsjahres den Jubiläumschor aus der Taufe hob und sogleich die ersten fünf junge Bläser Karl Albert Eiffert, Ernst Wilhelm Luft, Emil Bellinger, Karl Bernhard und Valentin Oppermann dazu bewegen konnte, sich zu Übungsstunden einzufinden, die zunächst in der kleinen Werkstatt von Schreinermeister Rausch in Herbstein und in der Rixfelder Gaststätte Eiffert am Bahnhof durchgeführt wurden. Kurze Zeit später wurde der Übungsraum in das Elternhaus von Wilhelm Luft in Rixfeld verlegt, dessen Bruder Karl, der spätere langjährige Chorleiter, sich ein Jahr nach der Gründung dem Chor anschloss. Und jener Karl Luft war es auch, der 40 Jahre lang den Posaunenchor mit großer Leidenschaft und Engagement leitete.

Anlässlich des 80. Geburtstages von Chorgründer Georg Rausch am 19. Mai 1931 hatte der Posaunenchor dann seinen ersten öffentlichen Auftritt. Zwei Jahre später gestaltete der Chor zum ersten Mal einen Rixfelder Gottesdienst mit. Im Jahre 1933 - mittlerweile konnte der Jubiläumschor schon 13 junge Bläser aufweisen - übernahm Peter Rausch die Leitung des jungen Chores, die der aus Zeilbach kommende Chorleiter 1945 abgab, da auf Grund des Zweiten Weltkrieges die Aktivitäten zunächst zum Erliegen kamen. Der damalige Mitgliedsbeitrag betrug 0,50 Reichsmark im Vierteljahr, hinzu kamen noch kleinere Spenden bei den Auftritten. Durch die so erzielten Einnahmen war der Chor in der Lage, frühzeitig eigene Instrumente zu erwerben.

Im Krieg hatte der Posaunenchor den Verlust von zwölf seiner Bläser zu beklagen und musste neu aufgestellt werden. Karl Luft übernahm fortan den Chor. Dank seines Engagements und dem von Pfarrer Karl Schulz musizierten im November 1949 schon wieder 16 Personen, die für einen Neubeginn als gute Basis dienten. Ihre wöchentlichen Übungsstunden absolvierten die Aktiven in der örtlichen Schule. Der Bläsernachwuchs traf sich darüber hinaus sonntagsvormittags in der Wohnung von Karl Luft zum Einzelunterricht oder auch zum gemeinsamen Üben. Der erste öffentliche Auftritt nach dem Krieg war die Mitwirkung des Chores bei einem Missionsfest in Ilbeshausen. Etliche dörfliche Musiker verdanken noch heute Karl Luft ihre Grundkenntnisse für ihr späteres Musizieren in anderen Vereinen.

Ende 1960 musste die Chorarbeit allerdings aus den unterschiedlichsten Gründen erneut eingestellt werden. Erneut war es Pfarrer Schulz, samt dem Kirchenvorstand, der dem Posaunenchor zu neuem "Leben" verhalf, indem er für den 16. Dezember 1961 zu einer gemeinsamen "Aussprache" aufrief, die dann einen Neuanfang zum Ergebnis hatte. Aufgrund dessen gestalteten 14 Bläser den Heiligabend-Gottesdienst mit. Auch das "Osterblasen", Gottesdienste, Ständchen, Silvester- und Gedächtsnisblasen standen mittlerweile auf dem zu absolvierenden Programm.

Man traf sich zu Wanderungen, Ausflugsfahrten, Bläserfreizeiten, vergaß auch nicht, sich musikalisch weiterzubilden. Mit dem Stabwechsel an Heinrich Roth, dem heutigen Ehrenchorleiter, beendete Karl Luft im Jahre 1985 sein "Lebenswerk Posaunenchor". Und jener Heinrich Roth stand seinem Vorgänger in keinster Weise nach; er engagierte sich in vorzüglicher Weise und sah als eine wichtige Aufgabe die Jungbläserausbildung. Dies bedeutete natürlich auch, immer ausreichend Instrumente zur Verfügung zu haben. So wurden im Jahre 1988 zehn neue Instrumente angeschafft.

Nach dem anschließenden Dirigentenwechsel im Jahre 2002 von Heinrich Roth an den jetzigen und ebenso engagierten Chorleiter Wolfram Mohr stand eine "Gewöhnungsphase" zwischen Bläsern und Chorleiter an, es wurden neue Spielrichtungen ausprobiert, die fleißiges Üben erforderten. Aber letztendlich verlief die Systemumstellung erfolgreich. Der Chor war bei Landesposaunentagen und bei Jubiläum befreundeter Posaunenchöre vertreten, und nach zehnjähriger Pause entschied man sich, auch das "Maiblasen" im Jahre 2005 wieder aufleben zu lassen. Der Jubiläumschor war auch bei katholischen Gottesdiensten gern gesehen, so unter anderem auch bei Firmungen und Fronleichnamsgottesdiensten in Lauterbach und Schlitz sowie zahlreichen weiteren auswärtigen Veranstaltungen. Beim 80-jährigen Bestehen konnten aufgrund eines erfolgreichen Anfängerkurses 34 Aktive gezählt werden. Heute kann der Posaunenchor Rixfeld rund 20 Bläserinnen- und Bläser aufweisen, aufgrund der nachkommenden Jungbläser kann der Chor weiter wachsen und beruhigt in die Zukunft blicken.

Der Festgottesdienst an diesem Sonntag wird gesanglich umrahmt vom MGV "Edelweiß" und der Gesangsgruppe "Sound of Edelweiß". Mit im Blickpunkt werden Ehrungen verdienter und langjähriger Aktiven sein.

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