Breitband nicht nur für Lanzenhain ab 2020?

Von gst

LANZENHAIN - Die Orte Lanzenhain, Eichenrod, Eichelhain, Hopfmannsfeld, Engelrod, Hörgenau und Dirlammen sollen durch die Firma goetel aus Göttingen mit schnellem Internet versorgt werden. Bei einer Auftakt-Informationsveranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus von Lanzenhain wurde den über 70 Besuchern das Konzept des geplanten Ausbaus, wonach dann jedes Haus direkt einen Glasfaseranschluss erhalten kann, erläutert. Damit das Projekt umgesetzt werden kann, müssen sich die Besitzer von mindestens 60 Prozent der jeweils in dem Ort vorhandenen Häuser für einen sogenannten "Fibre to the home-Anschluss" entscheiden und einen Vorvertrag beziehungsweise auch im Rahmen der Versammlung genannte "Willenserklärung" bis zum 30. Juni unterschreiben. Dies würde für Lanzenhain die Zahl von 85 bedeuten. Danach soll die genaue Planung erfolgen wie Mario Stickfort, von der Firma goetel betonte.

Technisch will die Firma goetel als Einspeisepunkt ein an der Gastrasse verlegtes Glasfaserkabel nutzen. Danach soll in jeden der genannten Orte das Kabel geführt und jedes Grundstück, nach Wunsch, einen Glasfaseranschluss mit einer möglichen Bandbreite von bis zu einem Gigabit erhalten. Es soll eine komplette neue Leitungsstruktur dabei entstehen. Das vorhandene Kupferkabel soll keine Verwendung finden, da Gefahr von Störungen aufgrund des Alters drohten. Ein "Fibre-to-the-home-Anschluss" beim Hausverkauf inzwischen ein wichtiges Verkaufsargument, so Stickfort.

Die Besucher interessierten sich natürlich für die Kosten. Der billigste Anschluss mit 10 MBit soll danach 24,90 Euro kosten und der teuerste Anschluss mit 1000 Mbit mit 79,90 Euro zu Buche schlagen. Je nach Tarif liegen die einmaligen Hausanschlusskosten zwischen 199 und 499 Euro, die zusätzlich noch zu zahlen sind. Hinzu kommt in allen vier Glasfasertarifen für Privatkunden noch eine einmalige Schaltungskostenpauschale von 99 Euro.

Als Baubeginn nannte Stickfort das Jahr 2020 - sofern die notwendige Anzahl von Anmeldungen vorliegt. Denn fast alle Einwohner haben noch Verträge mit anderen Mobilfunkanbietern und befürchten unnötige Kosten aufgrund von bestehenden Kündigungsfristen. Hierzu erläuterte Mario Stickfort, dass nach Fertigstellung des Hausanschlusses die Leistung von "goetel" in Anspruch genommen werden kann. Der monatliche Grundpreis werde aber erst dann fällig, wenn der bisherige Vertrag mit dem bisherigen Telekommunikationsunternehmen auslaufe.

Teil der goetel-Gruppe ist die Firma OR-Network, die aktuell mit einer Funkverbindung schnelleres Internet ermöglicht. Das Unternehmen mit Sitz in Reiskirchen hat schon einige Ortschaften mit Glasfasertechnik versorgt und hat ein ambitioniertes Ziel. Denn von rund 170 Telefon-Verteilerkästen innerhalb des Vogelsbergkreises hat sich das Unternehmen 102 gesichert und will diese mindestens als Übergangslösung mit Glasfasertechnik versorgen. Anschließend soll wie in dem jetzt vorgestellten Cluster mit den sieben Ortschaften, der Ausbau als "Fibre-to-the-home" bei entsprechendem Interesse ebenso umgesetzt werden, erläutert Oliver Reitz von OR-Network im Gespräch mit dem Lauterbacher Anzeiger.

Eine sehr wichtige Frage war, was mit den Verträgen passiert, wenn der geplante Glasfaser Ausbau aufgrund zu geringem Interesse nicht umgesetzt werde. Diese hätten dann keine Gültigkeit mehr, so Mario Stickfort.

Das Angebot wollen die Lanzenhainer natürlich nicht leichtfertig aufs Spiel setzen, denn die Erfahrung mit der Telekom sah einen Besucher dazu veranlasst sich derart zu äußern: "Wenn wir dieses Angebot nicht nutzen, werden wir auch zukünftig kein schnelles Internet haben".

In den kommenden Wochen sollen in den anderen genannten Orten Informationsveranstaltungen durchgeführt werden. Das Thema Internet brennt den Leuten jedenfalls unter den Nägeln, denn die notwendigen Kontaktformulare wurden dem Firmenvertreter "fast aus den Händen gerissen" und reichten aufgrund des großen Interesses nicht aus.

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