Alberner Kleinkrieg

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Gorniak (Karin Hanczewski, l.) und Sieland (Alwara Höfels) befragen den Tatverdächtigen Rainer Ellgast (Arnd Klawitter.  Foto: MDR/ Wiedemann & Berg/ Gordon Muehle

Heiko Gebhardt, Abteilungsleiter in der Versicherungsfirma ALVA, wird am helllichten Tag in seinem Dresdner Büro vom gegenüberliegenden Gebäude erschossen. Irgendwo zwischen...

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. Von Kirsten Ohlwein

Heiko Gebhardt, Abteilungsleiter in der Versicherungsfirma ALVA, wird am helllichten Tag in seinem Dresdner Büro vom gegenüberliegenden Gebäude erschossen. Irgendwo zwischen Intrigen der Mitarbeiter, Missgunst, eiskalter Firmenpolitik und Personalabbau finden sich die Kommissarinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Henni Sieland (Alwara Höfels) wieder. In den Kreis der Verdächtigen rückt Harald Böhlert (Peter Schneider), der nach einem Unfall im Rollstuhl sitzt und nun um seine Entschädigung kämpft.

Der relativ neue Tatort aus Dresden stand bislang für skurrile Typen, absurde Themen und schräge Dialoge – alle aus der Feder von Autor Ralf Husmann. Auch der neue Fall "Auge um Auge" kommt von Husmann – aber Regisseurin Franziska Meletzky arbeitete sein Buch noch einmal um. Ob das dem Krimi gutgetan hat, ist fraglich.

Sehr anstrengend ist der extrem alberne Kleinkrieg zwischen Kommissarin Sieland, die erneut in einer Beziehungskrise steckt, und ihrem Chef Peter Schnabel (Martin Brambach), dem mehr offensiv als subtil eine rechte Gesinnung angedichtet wird.

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Es ist kaum nachvollziehbar, wieso dieser Konflikt in so kurzer Zeit so eskalieren kann, wieso sich niemand seiner Vernunft bedient und was dieses Thema als Nebenkriegsschauplatz überhaupt dort zu suchen hat. Dadurch wird auch die Hauptlinie des Films, die sich eigentlich mit den Praktiken vieler Versicherungen beschäftigt, zu sehr an den Rand gedrückt.