Düstere Bilder und trockener Humor

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Batic (Miroslav Nemec, v.l.) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) geraten in düstere Situationen. Foto: Bavaria Fiction GmbH/BR/Hendrik Heiden

Der 13-jährige Emil (Ben Lehmann) ist verschwunden. Seine Mutter (Laura Tonke) und sein Stiefvater (Lenn Kudrjawizki) stellen das Verschwinden erst morgens fest, da sie am...

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. Um diese Frage kreist der nun schon 84. Münchener "Tatort" mit Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Batic (Miroslav Nemec), die die Nachricht überbringen müssen, dass Emils Leiche aus der Isar geborgen wurde.

Die Mobilfunkauswertung ergibt, dass der Junge sich zuletzt an einem Parkplatz aufgehalten hatte, der bekannt ist für anonymen Sex und 20 Kilometer vom Fundort entfernt liegt. Ein emotionaler Fall für Leitmayr und Batic, die im Zuge ihrer Ermittlungen immer weiter hinter die vermeintlich heilen Fassaden zweier befreundeter wohlhabender Familien blicken.

"Wir haben ein Eidechsenproblem. Die fallen vom Dach", lässt Bastis Mutter verlauten. Bei Weitem nicht das einzige Problem, wie der Zuschauer schnell erahnt.

Der neue Münchener "Tatort" unter Regie von Christopher Schier heißt "Lass den Mond am Himmel stehn" – ein Titel wie ein Kunstwerk, und genauso zeigt sich auch die beeindruckende Bildgestaltung, die dafür sorgt, dass der Krimi phasenweise auch ohne Worte auskommt. Passend zum düsteren und verstörenden Geschehen, das den Zuschauer ebenfalls mitunter sprachlos zurücklässt.

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Wenn bei Leitmayr und Batic Blicke zum Verständnis allein nicht ausreichen, ist es der vertraute Galgenhumor, der über die Schwere des Falls hinweghilft – wie etwa Batics beißender Kommentar zum Sex-Parkplatz: "Da werden Träume wahr." Und Leitmayrs trockene Antwort mit Blick auf ein benutztes Kondom: "Ich bin gerade in einen reingetreten." Einschalten? Unbedingt! (Conny Holtfoth)

Das Erste zeigt den "Tatort: Lass den Mond am Himmel stehn" am Sonntag, 7. Juni, um 20.15 Uhr.