Ein dürftiger Abschied mit Knall

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Krise unter Kommissaren: Die Freundschaft von Stedefreund (Oliver Mommsen) und Lürsen (Sabine Postel) bekommt Risse. Foto: Radio Bremen/ARD Degeto/Christine Schroeder

Zum letzten Mal ermitteln Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) im "Tatort" Bremen. Der letzte Fall "Wo ist nur mein Schatz geblieben?" ist so...

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. Was für einen Krimi durchaus solide mit dem Fund einer Leiche unter einer Straße beginnt, katapultiert die beiden Kommissare in Stedefreunds Vergangenheit und stellt die Freundschaft der beiden auf eine harte Probe. Plötzlich geht es um Korruption und illegale Geldgeschäfte. Dann taucht das BKA auf und versucht, die Ermittlungen der beiden Kommissare zu ver- und behindern.

Stedefreund wirkt fahrig und ängstlich. Lürsen ist gewarnt. Dabei beginnt alles so idyllisch mit einem Tandem-Fallschirmsprung der beiden, der für den Zuschauer wohl noch einmal ihre Freundschaft verdeutlichen soll, bevor diese durch das Autorenteam Florian Baxmeyer und Michael Comtesse Stück für Stück filetiert wird. Die getötete Sekretärin spielt schnell gar keine Rolle mehr, so sehr rückt Stedefreund in den Mittelpunkt des Geschehens.

Schnell wird hier auch klar: Die Autoren konstruieren eine Vergangenheit für Stedefreund, die weder schlüssig noch nachvollziehbar ist. Schade, denn gerade für das Bremer Team, das in den vergangenen Jahren immer wieder tolle Fälle aus dem gesellschaftspolitischen Bereich ermitteln durfte, ist das ein mehr als dürftiger Abschied. Es folgen schließlich die letzten zehn Minuten des Films, die an Quentin Tarantino erinnern und durchaus verstörend sind, denn sie passen nicht zum Rest des Films.

So steht unterm Strich für den letzten Bremer Fall: Man kann sicherlich alles machen, wenn man aufhört. Man darf auch gerne mit einem Knall gehen, aber man muss nicht. Und in diesem Fall hier hätte man es lassen sollen. (Kirsten Ohlwein)

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Das Erste zeigt den "Tatort: Wo ist nur mein Schatz geblieben?" am Ostermontag, 22. April, um 20.15 Uhr.