Nichts für schwache Nerven

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Karin Gorniak (Karin Hanczewski, vorne) und ihre neue Kollegin Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) jagen einen Serienmörder. Foto: MDR/Wiedemann&Berg/Daniela Incoronato

Der "Tatort" aus Dresden erfindet sich neu – und wie! Und gewinnt dabei enorm. Vorab: "Das Nest" ist nichts für schwache Nerven.

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. Ein Autounfall auf einer einsamen Landstraße. Eine verletzte Frau auf der Suche nach Hilfe. Diese Suche führt sie in ein Hotel, das völlig verlassen wirkt. Einzig ein Radio dudelt in der Küche. Dort liegt ein Mann – unter einer Plane. Noch lebt er. Ein weiterer Mann kommt hinzu und greift beherzt zu den bereitliegenden OP-Instrumenten. Wer hier schon an einen Horrorstreifen denkt, dem möge gesagt sein, es kommt noch heftiger.

Das Unfallopfer kann fliehen und die Polizei verständigen. Karin Gorniak (Karin Hanczewski) bekommt mit Polizistentochter Leonie Winkler (Cornelia Gröschel) eine neue Kollegin. Gemeinsam entdecken sie im Hotel hinter einem Schrank einen Durchgang, der in eine leichengefüllte Wohnung führt: ausgeblutet, präpariert und in Alltagssituationen in Szene gesetzt. Am Esstisch bei Kaffee und Kuchen, auf der Couch vor dem Fernseher. "Er setzt sich zu ihnen." Er, der Mörder. Bei dem Versuch, ihn zu stellen, wird Gorniak schwer verletzt. Winkler ist in Schockstarre und unfähig zu reagieren.

Zwei Monate später. Gorniak lässt sich aus der Mordkommission in die Asservatenkammer versetzen. Doch ohne sie stehen die Ermittlungen auf der Stelle. Winkler – geprägt von großen Fußstapfen und großem Druck – bittet Gorniak um Unterstützung. Schon bald ist klar, wer der Serienmörder ist. Doch die wesentlich spannendere Frage: Wie kriegt man ihn? Eine nervenaufreibende Jagd beginnt.

Der "Tatort" unter Regie von Alex Eslam mag die Dresden-Fans der ersten Stunde erschüttern. Nach dem Ausstieg von Alwara Höfels als Kommissarin Sieland war ein radikaler Umbruch aber auch notwendig. Dabei herausgekommen ist ein gelungener Psychothriller, der viel Wesentliches auch ganz ohne Worte sagt. Klare Empfehlung: einschalten! (Conny Schneider)

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Das Erste zeigt den "Tatort: Das Nest" am Sonntag, 28. April, um 20.15 Uhr.