Raffiniert modern

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Rubin (Meret Becker) und Karow (Mark Waschke) ermitteln auf der Berlinale.  Foto: rbb/Reiner Bajo

Der abgetrennte Finger eines jungen Mädchens landet auf dem Schreibtisch von Kommissar Robert Karow (Mark Waschke). Kurz darauf finden er und seine Kollegin Nina Rubin (Meret...

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. Von Kirsten Ohlwein

Der abgetrennte Finger eines jungen Mädchens landet auf dem Schreibtisch von Kommissar Robert Karow (Mark Waschke). Kurz darauf finden er und seine Kollegin Nina Rubin (Meret Becker) die Leiche. Die Tote war eine minderjährige Prostituierte. Karow und Rubin stoß;en bei ihren Ermittlungen auf Regisseur Michael Schwarz (Isaak Dentler), der gerade die Premiere seines ersten Kinofilms "Meta" feiert.

Der gleichnamige "Tatort" schildert auf unglaubliche Weise bis ins kleinste Detail den Fall, an dem Karow und Rubin gerade arbeiten.

Autor Erol Yesikaya und Regisseur Sebastian Marka legen mit "Meta" einen der besten Tatorte der vergangenen Jahre hin. Was ist Film? Was ist Wirklichkeit? Irgendwann verschwimmen die Grenzen zwischen dem, was sich auf der Leinwand abspielt, und dem, was Karow und Rubin erleben. Ab hier gibt es kein Zurück mehr. Der Krimi kommt mit einer Ästhetik daher, die den Zuschauer sprachlos – vor Verzückung und Fassungslosigkeit – zurücklässt. Zwischendurch wird die Handlung sogar auf mehr als nur zwei Ebenen erzählt. Der Geist möchte und kann zeitweise vielleicht nicht mehr folgen, aber das Herz muss.

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Diese 90 Minuten sind überaus raffiniert, fesselnd und modern erzählt. Sogar Rubin und Karow passen in ihrer absoluten Ungleichheit in dieses Bild. "Meta" ist ein Muss für Filmästheten, Nerds und Krimifreunde, die sich auf Neues einlassen können.

Das Erste zeigt den "Tatort: Meta" am Sonntag, 18. Februar, um 20.15 Uhr.