Sehenswerter Krimi statt Klamauk

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Thiel (Axel Prahl) muss an einen alten Fall in Hamburg denken. Foto: WDR/Molina Film/Thomas Kost

Der 40. "Tatort" aus Münster ist ein geschickt arrangierter Fall ohne aufgedrückten Klamauk-Stempel.

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. Schocknachricht für Kriminalhauptkommissar Thiel (Axel Prahl): Er erfährt, dass sein "Vaddern" Herbert (Claus D. Clausnitzer) an einem inoperablen Hirntumor leidet. Er ertränkt seine Trauer in Alkohol. Dann: nichts mehr. Filmriss.

Thiel ist – gemeinsam mit einem Plüsch-Koala – in einem Hotelzimmer gelandet. Professor Boerne (Jan Josef Liefers) eilt zu Hilfe. Vom Abend zuvor tauchen vor Thiels geistigem Auge nur noch bruchstückartig Erinnerungsfetzen auf. Seine Jeans ist zerrissen, am Arm hat er eine Verbrennung, Vadderns Taxi ist verschwunden. Die Ortung des Wagens ergibt, dass das Fahrzeug in einem Waldstück steht, in dem am Morgen eine Leiche gefunden wurde: Bei dem Ermordeten handelt es sich um Thiels früheren Kollegen, den Thiel vor 20 Jahren wegen Mordes ins Gefängnis gebracht hat. Alles spricht dafür, dass sich Thiel am Tatort aufgehalten hat – was ihn zum Hauptverdächtigen macht.

Boerne versucht, die Geschehnisse der Nacht zu rekonstruieren und Thiels Unschuld zu beweisen.

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Der 40. "Tatort" aus Münster ist ein richtig guter! Dass der Klamauk-Krimi-Stempel nicht zwingend aufgedrückt werden muss, hat bereits in der jüngeren Vergangenheit der eine oder andere Fall bewiesen. Wie zum Beispiel "Limbus", der auch ernsthaftere Saiten angeschlagen und das Thema Tod aufgegriffen hatte.

"Des Teufels langer Atem" unter der Regie von Francis Meletzky ist ein geschickt arrangierter Fall, dessen Auflösung nicht von vornherein absehbar ist. "Tatort Münster" wirkt reifer, aber keinesfalls langweiliger. Einschaltempfehlung!

Das Erste zeigt den "Tatort: Des Teufels langer Atem" am Sonntag, 16. Januar, um 20.15 Uhr.

Von Conny Holtfoth