Viele Anspielungen auf die Klassiker

Mit Ohrfeigen und kessen Sprüchen spielte sich Charmeur Terence Hill in den 70ern in die Herzen der Zuschauer. Lange war von ihm nichts auf der Leinwand zu sehen. Nun ist er...

Anzeige

. Mit Ohrfeigen und kessen Sprüchen spielte sich Charmeur Terence Hill in den 70ern in die Herzen der Zuschauer. Lange war von ihm nichts auf der Leinwand zu sehen. Nun ist er mit einer Tragikomödie zurück.

Es klatscht, das weckt schöne Kindheitserinnerungen. Und schon kriegt der zwielichtige Schnauzbart einen Schlag auf die Zwölf. "Geht doch." Noch ein Treffer. "Und Zack." Terence Hill hat zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren wieder einen Kinofilm gedreht. Mit 79 hat der smarte Italiener mit den stahlblauen Augen noch nicht vergessen, wie man eine deftige Kneipenschlägerei elegant übersteht - selbst gegen einen fast unverwundbaren Kraftprotz. "Da hilft nur noch Blech", sagt er und greift prompt zu einer Pfanne. "Von der linken, von oben, und nochmal." Kloooooong - K.o. - Schurke am Boden.

Nicht nur der Titel "Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück" erinnert an den Haudrauf-Klamauk mit Bud Spencer (1929 - 2016), für die Millionen Fans Terence Hill lieben. Doch ist alles anders. Terence Hill hat sein Alterswerk geschaffen und nimmt den Zuschauer mit auf eine wehmütige Best-Of-Tournee voller Anspielungen auf seine Klassiker - von "Vier Fäuste für ein Halleluja" (1971) über "Mein Name ist Nobody" (1973) bis hin zu "Die Miami Cops" (1985).

Verpackt wird das Ganze in eine bittersüße Tragikomödie, bei der Hill auch Regie führte und das Drehbuch verfasste. Bei dem melancholischen Roadmovie hat Hill die bildhübsche Veronica Bitto zur Seite. Die 1992 geborene Newcomerin strahlt so viel Energie aus, dass sie den Weltstar fast an die Wand spielt.

Anzeige

Die Rahmenhandlung ist schnell erzählt: Die junge Lucia (Bitto) kreuzt den Weg des stillen Thomas (Hill), der mit seinem Harley-Motorrad in eine spanische Wüste reisen will und eigentlich nur seine Ruhe sucht. Lucia geht Thomas schwer auf die Nerven. "Ich habe meinen eigenen Blick auf die Welt", sagt die junge Chaotin voller Weltschmerz und Lebenshunger. Verblasste Narben an ihren Handgelenken zeigen, dass sie ihre Pulsadern aufgeschlitzt hat: "Das ist mein Tattoo, hast Du irgendwas dagegen?" War früher Hill nicht selten die Nervensäge, schlüpft er nun in die Rolle des Brummbären, die früher seinem dicken Kumpel Bud Spencer zufiel.

Dass Terence Hill, ursprünglich Mario Girotti, dessen Mutter aus Dresden kam, sich einem Projekt mit Anspruch widmet, ist übrigens nichts Neues. 1963 schon spielte er einen jungen Grafen in Luchino Viscontis Meisterwerk "Der Leopard". Das neue Werk widmet Hill dem verstorbenen Kollegen Bud Spencer. "Ich habe über diesen Film zehn Jahre lang nachgedacht", erklärt er die Entstehungsgeschichte. "Ich wollte eine ganz bestimmte Episode aus den Büchern von Carlo Carretto mit der Geschichte einer jungen Frau verbinden und dabei gleichzeitig Abenteuer, Spaß und Drama erleben." Herausgekommen ist ein Film der leisen Töne.

Mein Name ist Somebody - Zwei Fäuste kehren zurück. Italien 2018. Regie: Terence Hill. Darsteller: Terence Hill, Veronica Bitto. 96 Minuten. Ab 6 Jahren.