Von Liebe und Tod

aus Tatort & Polizeiruf 110

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Bootz (Felix Klare, l.) und Lannert (Richy Müller) sind unterschiedlicher Meinung.  Foto: SWR/Stephanie Schweigert

Von Conny SchneiderZwei Töchter. Das Leben der einen: ausgelöscht. Das Leben der anderen: in höchster Gefahr. Welche Grenzen überschreiten Eltern aus Liebe zu ihrem Kind?...

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. Von Conny Schneider

Zwei Töchter. Das Leben der einen: ausgelöscht. Das Leben der anderen: in höchster Gefahr. Welche Grenzen überschreiten Eltern aus Liebe zu ihrem Kind? Um diese Frage kreist der 17. Fall des Stuttgarter "Tatort"-Duos Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare): "Preis des Lebens".

Jörg Albrecht hat seine Haftstrafe abgesessen. Vor 15 Jahren hat er die 16-jährige Mareike drei Tage und Nächte vergewaltigt, bevor er sie ermordete. Doch er war nicht allein: Das Martyrium der Schülerin wurde gefilmt und ins Netz gestellt. Den Namen des Mannes hinter der Kamera hat Albrecht nie preisgegeben.

Noch vorm Gefängnis wird er nun abgefangen. Entführt. Und umgebracht. Für Lannert und Bootz sind die Hauptverdächtigen schnell gefunden: Frank und Simone Mendt, die Eltern der ermordeten Mareike. Gefangen im Schmerz, getrieben vom Wunsch nach Vergeltung. Doch die Mendts leugnen die Tat - und fliehen.

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Lannert und Bootz ahnen, dass Albrecht den Mendts vor seinem Tod den Namen des zweiten Mannes genannt hat und sich dieser nun in Lebensgefahr befindet. Die Kommissare finden Hinweise auf dessen Identität, kommen den Mendts zuvor und nehmen ihn zu seinem eigenen Schutz fest. Mit fatalen Folgen: Das Ehepaar entführt Bootz‘ Tochter Maja. Und tötet sie nur dann nicht, wenn sie den zweiten Mann ausgehändigt bekommen.

Wie authentisch Klare den Verzweifelten spielt, ist bereits seit dem Scheitern von Bootz‘ Ehe bekannt. Doch nie konnte man so sehr mit Bootz leiden wie jetzt. Zerrissen ist er, panisch, lebensmüde. Im Kontrast dazu: Lannert, der einen klaren Kopf beweisen muss - und damit ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellt.

Trotz kleinerer Ungereimtheiten gelingt dem Marburger Regisseur Roland Suso Richter ein beklemmender und konstant spannender Krimi, der Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen lässt. Und der beim Zuschauer immer wieder die Frage aufwirft: Wir würde ich entscheiden?