Wilde Inszenierung ohne roten Faden

aus Tatort & Polizeiruf 110

Thema folgen
Lindholm (Maria Furtwängler) ist allein unter Udos. Foto: NDR/Frizzi Kurkhaus

Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) hat ein Stelldichein im Hamburger Hotel Atlantic. Dort angekommen, landet sie nicht nur in einem Casting für...

Anzeige

. Relativ schnell wird Lindholm klar, dass sie der Kripo, die vor Ort ermittelt, nicht vertrauen möchte, und vor allem, dass sie reingelegt wurde. Denn alles sieht für Außenstehende so aus, als habe Lindholm den Mann ermordet.

So ganz weiß der neue Göttinger "Tatort: Alles kommt zurück" nicht, was er eigentlich sein will. Thriller, Dramedy, Krimi oder sogar Fantasy? Es fehlt der rote Faden – nicht etwa in der Handlung, die bleibt stringent bis zum Schluss. Aber die Inszenierung ist chaotisch und führt den Zuschauer nicht. Da hilft es auch nicht, dass der Film im Vorfeld mit einem Cameo von Udo Lindenberg beworben wurde – der dann aber nur so kurz zu sehen ist, dass man eigentlich kaum blinzeln darf, um ihn nicht zu verpassen.

Und ja, auch wenn die Handlung stringent bleibt: Der "Tatort" versucht mit "Alles kommt zurück" etwas, das den wenigsten Sonntagabendkrimis in der ARD gelingt. Er versucht, etwas zu Ende zu erzählen, das bereits einige Jahre zurückliegt. Die meisten Zuschauer werden sich trotz der tapfer gestreuten und passend platzierten Erklärzeilen nicht mehr daran erinnern, was eigentlich "Der Fall Holdt" war und was er mit Lindholm zu tun hatte.

Anzeige

Unterm Strich steht ein Krimi, der zwar sehenswert ist, aber für einiges Stirnrunzeln sorgt – egal, ob wegen der wilden Inszenierung oder der lange vergessenen Handlung.

Das Erste zeigt den "Tatort: Alles kommt zurück" am Sonntag, 26. Dezember, 20.15 Uhr.