Elvis Presley und die Rockqueen: Suzi Quatro feiert 70....

Suzi Quatro gilt als die Rockqueen. Am 3. Juni wird sie 70 Jahre alt. Archivfoto: Lynda Buchanan

Suzi Quatro war die Rockqueen der 1970er. Zu ihrem 70. Geburtstag erinnert sie sich an Elvis Presleys Einladung nach Graceland – und warum sie nicht hinging.

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. Es gab eine Zeit, in der Damen an der Gitarre oder hinterm Schlagzeug als Exotinnen galten. Wenn man über die Rolle des weiblichen Geschlechts in der Rockmusik spricht, kommt man an ihrem Namen nicht vorbei: Suzi Quatro.

Die Amerikanerin mit ungarischer Mutter und italienischem Vater wurde am 3. Juni 1950 als Susan Kay Quattrocchi in Detroit geboren. Sie war Sängerin und Bassistin der ersten Mädchenrockband überhaupt: „Suzi Soul And The Pleasure Seekers“. Begleiten ließ sich die Musikerin mit der Whiskeystimme und der blonden Mähne von ihren Schwestern Patti, Arlene und Nancy. Das Bassspielen brachte ihr der legendäre James Jamerson aus der Band von Stevie Wonder bei. Für ein weißes Mädchen sei sie gar nicht schlecht, lautete das Urteil des Machos.

„Wir waren Allrounder“, erzählt sie im Interview bei ihrer Plattenfirma SPV in Hannover. 1968 fing sie an, eigene Songs zu schreiben und wurde später von Hit-Produzent Mickie Most nach England geholt. Empfohlen hatte sie niemand geringeres als Gitarrengott Jeff Beck.

1973 gelang ihr mit „Can The Can“ der erste Nummer-1-Hit. Als erster weiblicher Rockstar spielte Suzi Quatro in der DDR und in der Sowjetunion. „Ich bin keine ängstliche Frau. Ich folge einfach nur dem Weg, den meine Musik einschlägt.“ Sie sei schon immer sehr selbstbewusst gewesen, erzählt sie. „Ganz gleich, was in meinem Leben passiert: Ich werde mich niemals von jemandem kontrollieren lassen.“

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Im zarten Alter von acht Jahren sah sie Elvis Presley im Fernsehen singen und erlebte einen Kulturschock. „Mir war damals nicht wirklich bewusst, dass Elvis ein Mann war und ich eine Frau. Trotzdem glaube ich im Nachhinein, dass ich ein sexuelles Gefühl hatte, obwohl ich erst acht war. In dem Moment war die Rockerin Suzi Quatro geboren.“

Bassistin erobert Londons Musicalbühne

Ihre Fassung von „All Shook Up“ gefiel später dem Weltstar Elvis Presley so gut, dass er „Quatro“ 1977 nach Graceland einlud. Bevor sie einen klaren Gedanken fassen konnte, hatte sie Elvis persönlich am Telefon. Er sagte zu ihr: „Ich habe deine Version von ,All Shook Up‘ vernommen. Es ist die beste Aufnahme, die ich neben meinem Original je gehört habe. Ich möchte dich gern nach Graceland einladen.“ Aber die schüchterne Suzi war noch nicht bereit für solch ein Treffen. Heute bedauert sie das sehr, aber sie hat darüber einen Song geschrieben, er heißt „Singing With Angels“. Aufgenommen mit James Burton und den Jordanaires in Nashville in Elvis legendärem Studio.

1980 zog sie ins englische Essex. 1985 verkörperte die Sängerin die Titelrolle in Andrew Lloyd Webbers Musical „Annie Get Your Gun“ in Londons Westend und gastierte in TV-Serien. In den 1990er Jahren übte sie großen Einfluss auf weibliche Grunge-Bands wie „L 7“ oder „Hole“ aus. 2005 zollte ihr die ehemalige Runaways-Bassistin Victory Tischler-Blue mit der Dokumentation „Naked Under Leather“ Tribut. Ihr aktuelles Studioalbum „No Control“, das sie mit ihrem ältesten Sohn Richard Tuckey geschrieben und eingespielt hat, trifft den Nerv der Fans und Kritiker. Suzi Quatro gilt als eine der nächsten Kandidatinnen für die Rock’n’Roll Hall Of Fame. „Freiheit“ – darum geht es Quatro mit ihrer Musik. „Dank Rock’n’Roll kennt mein Leben keine Grenzen.“