"Fulda, I've been missing you"

Chris de Burgh begeisterte sein Publikum in Fulda.  Foto: Vonderheid

Chris de Burgh ist ein Phänomen - er steht kaum auf der Bühne, und schon feiert ihn das Publikum begeistert. So auch am Mittwochabend in der Fuldaer Esperantohalle, wo der Ire...

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FULDA. Chris de Burgh ist ein Phänomen - er steht kaum auf der Bühne, und schon feiert ihn das Publikum begeistert. So auch am Mittwochabend in der Fuldaer Esperantohalle, wo der Ire rund 1200 Zuschauern einen fantastischen Abend bereitete. Auf seiner "A Better World"-Tour machte er auch in der Domstadt Station, seiner zweiten Heimat, wie er mehrfach an diesem Abend betonte. Überhaupt zeigte sich, dass Chris de Burgh nicht nur ein toller Musiker, sondern auch ein guter Entertainer ist.

Los legte er an diesem Abend, zunächst ohne große Worte, mit den beiden eingängigen Stücken "Bethlehem" und "Chain of Command" von seinem aktuellen Album, das den gleichen Namen trägt wie seine Tour. Und direkt war das Publikum von der Show gefangen und spendete begeisterten Applaus. Nach "Lonely Sky" begrüßte er seine Fans in einer lustigen Mischung aus Deutsch und Englisch. "Es ist wunderbar, wieder in Fulda zu sein. Ich hoffe, Sie genießen die Auswahl, denn Fulda, I've been missing you." Welch' Einleitung für eines seiner schönsten Liebeslieder.

Was an diesem Abend einmal mehr deutlich wurde: Chris de Burgh bildet in seinen Liedern eine unglaubliche thematische Bandbreite ab. Sind die einen wundervolle Liebeslieder, so beschäftigen sich andere mit den Themen Krieg oder Tod und sind heute genauso aktuell wie vor einigen Jahren oder Jahrzehnten, als der Musiker sie geschrieben hat.

Beim Lied "Homeland" sprach er die größte gegenwärtige Katastrophe an, die sich aktuell in Syrien abspielt. "Und es ist toll, dass ihr den Menschen von dort ein Zuhause geboten habt. Denn sie sind Menschen wie du und ich." Bei "Cry No More" zeigte sich das ganze Ausmaß der beeindruckenden Lichtshow an diesem Abend, ein Teil nach dem anderen der überdimensionalen Licht-Rose blühte in bunten Regenbogenfarben auf, gefühlt leuchtete sie bei jedem Lied in einer anderen Farbkombination, ein echter Hingucker.

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Bei "The Revolution" hielt es dann die meisten Besucher nicht mehr auf den Sitzen, Klatschen alleine reichte nicht aus. Mit "The Open Door", ebenfalls vom aktuellen Album, ging es dann in die Pause.

Auch die zweite Hälfte brachte eine gelungene Mischung aus Altem und Neuem aus de Burghs Repertoire und krasse Gegensätze - beispielsweise mit "The Sound of the Gun", "Heart and Soul" sowie "Moonlight and Vodka".

Plötzlich war die Band von der Bühne verschwunden. "Wer braucht schon eine Band?", fragte sich der Sänger und zeigte: er nicht, auch wenn sie ihn natürlich hervorragend ergänzte. "Sailing Away", "There Goes my Heart Again", "Here is Your Paradise", "Songbird", "The Hands of Man" und "Bal Masque" - Chris de Burgh wusste auch allein zu begeistern.

Doch nach ihrer Rückkehr legte die Band noch einmal richtig los mit "All for Love", einem Song, den Chris de Burgh für die Frauen geschrieben hat, "weil es der härteste Job der Welt ist, eine Hausfrau zu sein". Nach dem Klassiker "Borderline" hielt es viele nicht mehr auf den Stühlen, und sie strömten vor die Bühne, um ihrem Idol nahe zu sein.

Und natürlich kann kein Chris de Burgh-Konzert enden, ohne dass die Klassiker "The Lady in Red" und "Don't Pay the Ferryman" gespielt wurden. Auch an diesem Abend enttäuschte er seine Fans natürlich nicht. Im Schein der roten Rose ging de Burgh auf Tuchfühlung - mitten hinein ins Publikum, schüttelte Hände, ließ sich fotografieren und sang dazu noch "The Lady in Red". Als er dann wieder auf der Bühne stand und sein Publikum erneut zum Mitsingen auffordert, mochte so mancher verdutzt gewesen sein - bekannte Klänge, aber eher kein Song aus der Feder von Chris de Burgh. "Africa" von Toto, erschienen auf dem 2008er Album "Foot-steps", auf dem de Burgh Lieder neu aufgenommen hat, die ihn beeindruckt und inspiriert haben.

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Begeistert wurde bei "The Spirit of Life" und "Don't Pay the Ferryman" mitgesungen, bevor mit "High on Emotion" der scheinbar würdige Abschluss eines gelungenen Abends gefunden war. Doch Chris de Burgh und seine Band ließen sich nicht lumpen, und es gab noch eine weitere Zugabe. "Go Where Your Heart Believes", noch einmal eine Chance zum Genießen und Kuscheln, bevor es hinaus ging in den lauen Sommerabend.