Glücksmomente bereitet

(rfi). Der Förderverein Neue Orgel in Sankt Bonifatius hatte sich am Mittwochabend in der Reihe seiner Konzerte zwei international renommierte Gäste eingeladen: die Sängerin...

Anzeige

GIESSEN. Der Förderverein Neue Orgel in Sankt Bonifatius hatte sich am Mittwochabend in der Reihe seiner Konzerte zwei international renommierte Gäste eingeladen: die Sängerin Irene Carpentier und den Organisten Ignace Michiels aus Belgien. Der gefragte Konzertorganist beherrscht das gesamte Orgelwerk von Johann Sebastian Bach sowie Werke von Franck, Mendelssohn, Rheinberger und Guilmant. Seinen reichen musikalischen Erfahrungsschatz teilte er mit dem Publikum in Gießen, das sichtlich ergriffen war.

Die Sopranistin Irene Carpentier verfügt über eine modulationsreiche Stimme mit gleichermaßen lyrischen wie dramatischen Ausdrucksbereichen. Zusammen sind sie ein perfektes Duo. Der Abend begann mit einer Orgelbearbeitung der Sinfonia aus der Bachkantate "Wir danken Dir, Gott". Mit fanfarenhaften Klängen in strahlendem Dur beginnt das Werk. Die melodischen und harmonischen Sequenzen brachte der Organist förmlich zum Leuchten. Anschließend sang die Künstlerin das "Laudamus Te" aus Mozarts c-Moll-Messe. Mit glockenreinem Timbre interpretierte sie in meisterhafter Phrasierung das klangschöne Stück. Felix Alexandre Guilmant ist ein Vertreter der französischen Orgelschule. Sein "Entree" zur siebten Orgelsonate ist ein sinfonisches Klanggemälde mit üppigen Farben. Der Meisterorganist interpretierte es mit transparentem Klang und Liebe zum Detail. Das kompositorische Werk von Louis Vierne war stilistisch von seinen Lehrern César Franck, Charles-Marie Widor und Gabriel Fauré abhängig, trug aber stilistisch zur Vertiefung und Ausgestaltung der Orgelmusik des 20. Jahrhunderts bei. Sein Zyklus über das Angelusgebet für Sopran und Orgel bestach durch poetische Konzentration und Klangschönheit. Auch die drei ausgewählten Lieder von Richard Strauss bescherten dem Publikum wahre Glücksmomente.