Spielfreude in ganz verschieden Genres erlebt

Das Trio "Afro Kunda" hat Aayana Batô mit auf die Bühne geholt.  Foto: Czernek

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GIESSEN. Das unbeständige Wetter hatte ein Einsehen: Pünktlich zum achten Konzert der Reihe "Songs im Garten" verzogen sich die Wolken über dem Garten der Kongresshalle. Zu Beginn des Abends präsentierte das Lenz-Trio drei höchst unterschiedliche Stücke und stellte damit seine virtuellen Qualitäten unter Beweis. Die drei Künstler kennen sich seit ihrem gemeinsamen Musikstudium in Weimar und spielen seit mehr als 25 Jahren in unterschiedlichen Formationen zusammen: Flöte (Susanne Oehler), Gitarre (Karel Fleischlinger) und Cello Torsten Oehler). Mit ihrer ungebrochenen Spiel- und Experimentierfreude präsentierten sie kammermusikalische Raritäten. Mit der atmosphärischen Liebeserklärung an den Frühling in Buenos Aires von Astor Piazzolla (Primavera Portena) hatten sie sich ein sehr anspruchsvolles Werk vorgenommen, das vor allem der Flötistin Susanne Oehler ein Höchstmaß an Konzentration abverlangte. Für das zweite Stück ging es musikalisch in die Heimat des Gitarrenspielers des Trios, Karel Fleischlinger. Der Komponist und Gitarrist Štepan Rak komponierte fünf Gesellschaftstänze (Tango, Valse, Rumba, Slow Fox und Rock'n'Roll) und interpretierte sie zugleich neu. "Es handelt sich hierbei auch um eine musikalische Parodie der Tänze", erläuterte er. Mit dem höchst anspruchsvollen Werk "Hungarian Trio" des amerikanischen Komponisten Nathan Kolosko wurde der Reigen eindrucksvoll beschlossen.

Der musikalische Paradigmenwechsel kam nach der Pause: Steht das Lenz-Trio für eine klassische kammermusikalische Orchestrierung und für ein entsprechendes Repertoire, so steht das "Afro Kunda"-Trio um Faullou Sy für afrikanische Rhythmen gepaart mit Elementen aus Funk, Jazz und Pop. Die musikalische Vielfalt ergibt sich aus den unterschiedlichen Instrumenten, die eingesetzt wurden: An der E-Gitarre agierte Burkard Mayer, am Bass war Peter Herrmann zu hören. Hinzu kamen die unterschiedlichsten afrikanischen Instrumente, wie Kora (afrikanische Harfe), Trommel oder Fula (afrikanische Querflöte), die von Sy meisterlich gespielt und eingesetzt wurden. Und wenn dies noch mit seiner samtweichen Stimme kombiniert wurde, dann entstand daraus ein unglaublicher Groove, bei dem es einfach nur Spaß machte, zuzuhören oder ein wenig mitzusingen. Als "Special guest" holte die Gruppe für einen Song Aayana Batô auf die kleine Bühne des Gartens. Ihr selbstgeschriebenes Lied "Du hattest Recht" ist eine Hommage an ihren verstorbenen Vater, der ihr ihren Weg gewiesen hatte. Die Kombination von der souligen Stimme von Batô und den Musikern passte. Hoffentlich wird dieses Zusammenspiel zwischen Batô und "Afro Kunda" noch häufiger zu hören sein.