Besonders Programm zum Abschluss der Konzertsaison

Im Wiesbadener Kurhaus ist eine Komposition von Florian Frannek nach letzten Briefen von NS-Opfern zu hören.

Anzeige

WIESBADEN. (red). Die Konzertsaison des Hessischen Staatsorchesters endet am 13. Juli, 19.30 Uhr, mit einem besonderen Programm: Der Komponist Florian Frannek hat aus letzten Briefen von sieben Menschen, die in der Zeit des Nationalsozialismus zum Tod verurteilt wurden, ein oratorisches Werk für Orchester, Chor und Bariton geschaffen: „Bevor wir schweigen. Sieben letzte Briefe 1941-1945“.

Das Werk wird im Wiesbadener Kurhaus mit der „Glagolitischen Messe“ von Leoš Janácek kombiniert. In diesem Spätwerk griff Janácek auf einen altslawischen Text aus dem 9. Jahrhundert zurück. Auch in die musikalische Sprache hat der Komponist Spuren des Archaischen und des typisch Slawischen eingearbeitet.

Die Basis der Komposition von Florian Frannek, Jahrgang 1971, sind Briefe, die Klaus Bonhoeffer, Ida Goldiş, Hermann Lange, Fanja Barbakoff, Samuel Tytelman, Carl Lampert und Maximilian Kolbe vor ihrer Exekution geschrieben haben. „Es war für mich berührend, dass Menschen ein solches Gottvertrauen oder eine solche Humanität besitzen, dass sie selbst im Angesicht des Todes Licht spüren und Licht ausstrahlen können“, sagt Frannek laut Mitteilung des Staatstheaters über sein Werk.

Das Konzert, in dem das Hessische Staatsorchester mit einem Solistenensemble und den vereinten Stimmen des Opernchors des Staatstheaters Wiesbaden und des Chors der Stadt Wiesbaden zu erleben ist, soll den krönenden Abschluss der aktuellen Konzertspielzeit bilden. Einführung um 18.45 Uhr im Friedrich-von-Thiersch-Saal.