Landkreis Bad Kreuznach bestellt 50 mobile Beatmungsgeräte

Landrätin Dickes will die Geräte auf die vier Krankenhäuser im Kreis und ein noch aufzubauendes Notfallkrankenhaus verteilen. Die ersten können in etwa 14 Tagen eingesetzt werden.

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BAD KREUZNACH. Nach einem Eilentscheid des Kreisvorstandes hat Landrätin Bettina Dickes 50 mobile Beatmungsgeräte zum Stückpreis von 44 000 Euro bestellt, die wegen der Corona-Pandemie auf die Behandlungszentren im Landkreis Bad Kreuznach verteilt werden sollen. Das sind die vier Krankenhäuser im Kreis in Bad Kreuznach (Diakonie und St. Marienwörth), Kirn (Diakonie), Meisenheim (Landeskrankenhaus) sowie ein noch aufzubauendes Notfallkrankenhaus, das sich zum Beispiel in einer Reha-Klinik befinden könnte.

Der bestellte Gerätetyp hat sich bereits im Einsatz bei Rettungsdiensten bewährt. Die Vergabe der Geräte wird sich am Patientenaufkommen und an der Verfügbarkeit des in seiner Nutzung geschulten Personals orientieren.

Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann freut sich, dass die Geräte so schnell bestellt werden konnten, denn dies wird sich in Zeiten extremer Nachfrage auf deren Liefertermin auswirken. Er geht davon aus, dass die ersten Baugruppen, die alle von deutschen Herstellern stammen, diese Woche geliefert werden. Die ersten vollständigen Geräte könnten dann in etwa 14 Tagen eingesetzt werden, hofft Hofmann. Sie sollen dann genutzt werden, um an den fünf Standorten Schulungen für das Fachpersonal, das sie später bedienen soll, durchzuführen. Der Hersteller habe ein sehr gutes Video und ergänzende Schulungsunterlagen erstellt, in dem die Nutzung der Geräte detailliert erklärt werde. Jedes Gerät verfüge zudem über einen QR-Code, der mit Nutzungshinweisen verknüpft ist.

Kosten von 2,2 Millionen werden vom Land erstattet

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Landrätin Dickes freut sich, dass das Mainzer Gesundheitsministerium kurzfristig zugesagt hat, die Anschaffung zusätzlicher Geräte mit jeweils bis zu 50 000 Euro aus einem dafür bereitgestellten Bundeszuschuss zu finanzieren. Bei den 50 nun bestellten Einheiten geht es immerhin um einen Gesamtbetrag von 2,2 Millionen Euro. Mit den zusätzlichen Geräten steigt die Zahl der Beatmungsplätze im Landkreis Bad Kreuznach dann auf 110. Das Geld für die Bestellung sei „gut angelegt“, denn bei einem weiteren Anstieg der Corona-Fallzahlen wird auch die Zahl der Problempatienten steigen, die wegen Lungenproblemen in den Krankenhäusern beatmet werden müssen. Die Anzahl der Beatmungsplätze, die bereits durch Corona- und andere Patienten belegt ist, konnte Benjamin Hilger, der Pressesprecher der Kreisverwaltung Bad Kreuznach, nicht nennen: „Diese Zahl verändert sich ständig, weil immer wieder Patienten nach Operationen und Notfällen beatmet werden müssen. Aber wir wissen, dass immer mehr Beatmungsplätze für Corona-Patienten freigehalten werden.“

„Wir wären alle froh, wenn wir die zusätzlichen Beatmungsgeräte am Ende nicht benötigen werden. Aber niemand will sich vorstellen, dass Menschen sterben müssen, weil wir ihnen nicht die Luft geben können, die sie zum Leben brauchen“, gibt Kreisfeuerwehrinspekteur Werner Hofmann zu bedenken.