Exklusiv aus der Redaktion: Spannende Themen aus Hessen

Neues aus Hessen.

Allgemeinmediziner sprechen vom „Ausbluten der ärztlichen Versorgung“ und die hohe Zahl an Leiharbeitern sorgt für Ärger bei Opel: Die wichtigsten Themen im Überblick.

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Hessen. Alles ist schlecht, überall drohen, wenn nicht Katastrophen, so doch desaströse Zustände. Die Lage insgesamt: desolat. Die heute ausgewählten Themen scheinen dem allgemeinen Wehklagen nichts entgegenzusetzen. Aber achten Sie einmal auf die Wortwahl, schauen Sie sich die Zitate genauer an, lesen Sie, wie meine Kollegen das jeweilige Thema bewerten. Deutlichkeit durchdringt den Dauerzustand. Das ist ein gutes Zeichen!

TOP 3 DES TAGES

Hilflose Heiler

Dr. Johann Trutz ist niedergelassener Allgemeinmediziner mit Praxis in der Schloßgartenstraße 67. Sein Stethoskop wird am Protesttag der Ärztinnen und Ärzte nur bei Notfällen zum Einsatz kommen, denn an diesem Tag möchte er ein Zeichen setzen.
Dr. Johann Trutz ist niedergelassener Allgemeinmediziner mit Praxis in der Schloßgartenstraße 67. Sein Stethoskop wird am Protesttag der Ärztinnen und Ärzte nur bei Notfällen zum Einsatz kommen, denn an diesem Tag möchte er ein Zeichen setzen. (© Sascha Lotz)
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Es sind mehr als deutliche Worte, die die von meiner Kollegin May-Britt Winkler befragten Allgemeinmediziner finden. Das Bild des gesellschaftlich hoch angesehenen und finanziell gut dastehenden Herrn Doktors kann allenfalls noch als verklärt bezeichnet werden. Stattdessen: Arbeiten wie am Fließband, explodierende Investitionen in die IT und eine Gebührenordnung, die letztmalig 1996 angepasst wurde. Kurz: Das Maß sei voll, sagen die befragten Ärzte, der Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung in Hessen spricht sogar vom „Ausbluten der ärztlichen Versorgung“.

Klamme Kommunen

Vier Stockbetten für acht Flüchtlinge: So sehen die offenen Kabinen im Festzelt aus. In der Unterkunft können bis zu 472 Menschen ein Bett finden.
Vier Stockbetten für acht Flüchtlinge: So sehen die offenen Kabinen im Festzelt aus. In der Unterkunft können bis zu 472 Menschen ein Bett finden. (© Holger Sauer)

Weniger Verklärung, dafür mehr Realismus fordert auch der Präsident des Hessischen Städtetages, schreibt mein Kollege Sascha Kircher. Ob öffentlicher Nahverkehr, Unterbringung von Flüchtlingen oder die Situation der Krankenhäuser. Es sei an der Zeit, dass „die da oben“ endlich einmal beginnen, „in die Kommunen hineinzuhorchen“.

Trauriger Trend

200 Leiharbeiter haben sich im Rahmen einer Kundgebung bei Opel versammelt.
200 Leiharbeiter haben sich im Rahmen einer Kundgebung bei Opel versammelt. (© IG Metall)
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Die gebeutelte Autoindustrie reitet sich selbst immer noch tiefer in den Schlamassel. Aktuelles Beispiel: Opel in Rüsselsheim. Die Ankündigung des moderaten Einsatzes von Leiharbeitern zur Bewältigung der Krise war offenbar ein reines Lippenbekenntnis. Mit den Zahlen, die jetzt durchgesickert sind, zeichnet mein Kollege Ralf Heidenreich ein ganz anderes Bild.

ZU GUTER LETZT

Eine neue App soll künftig die Kommunikation in den Wiesbadener Kitas verbessern. Ehrlich gesagt: Ich halte die Formulierung, „damit sich die Eltern besser austauschen können“, für reichlich naiv – und bin gespannt, was diejenigen Eltern dazu sagen, die sich seit Jahren angesichts täglich Hunderter unnützer Nachrichten in Eltern-Chats fragen: Was geht da ab?

Exklusiv aus der Redaktion „Hessen am Mittag”

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