Bundeskanzler Olaf Scholz zu Gast bei Boehringer Ingelheim

aus Boehringer Ingelheim

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Neben einer Tageszeitung verschwand auch das Modell eines Moleküls in der Kapsel für den Grundstein.(v.l.) Malu Dreyer, Hubertus von Baumbach, Olaf Scholz, Sabine Nikolaus.
© Helena Sender-Petry

Das Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim investiert 285 Millionen Euro in eine Fabrik für chemische Innovationen. Dem Bundeskanzler kam bei der Grundsteinlegung eine Aufgabe zu.

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Ingelheim. Alles war am Dienstag minutiös geplant. Und ohne Sicherheitscheck durch die Polizei samt Spürhund, der alle Taschen und Rucksäcke beschnupperte, konnte kein Medienvertreter das Gelände betreten. Sicherheit wird sowieso bei dem forschenden Pharmaunternehmen Boehringer Ingelheim großgeschrieben. Doch wenn Bundeskanzler Olaf Scholz Gast der Grundsteinlegung des Chemical Innovation Platt (CIP) ist, muss zwingend noch eine Schippe draufgelegt werden. Bisher existiert nur eine riesige Baugrube, absichert durch Zäune und Planen. Das Ziel ist es, in drei Jahren an dieser Stelle auf dem weitläufigen Werkgelände Herstellverfahren für pharmazeutische Wirkstoffe zu entwickeln und Medikamente für die klinischen Prüfphasen zu produzieren. Ein wichtiger Schritt für das forschende Pharmaunternehmen, um neue Arzneimittel schnell zu Patienten in klinischen Studien und zur Marktzulassung zu bringen. 

Warten auf den Bundeskanzler

Weil des Bundeskanzlers Zeit knapp bemessen war, saßen alle Gäste, auch aus Politik und Wirtschaft, rechtzeitig in einem schmucken weißen Zelt parat, als Konzernchef Hubertus von Baumbach gemeinsam mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Ehrengast Olaf Scholz wie geplant und fast auf die Minute pünktlich die Szenerie betrat. Sabine Nikolaus, Landesleiterin Deutschland von Boehringer Ingelheim, sprach von der „großen Freude” und der „besonderen Ehre”, den Bundeskanzler am Stammsitz begrüßen zu dürfen. Sie versäumte nicht, die Innovationskraft der „Schlüsselindustrie Pharma” zu unterstreichen und warb dafür, die Rahmenbedingungen für Unternehmen wie Boehringer zu verbessern. Auch Hubertus von Baumbach, Vorsitzender der Unternehmensleitung, wertete den Besuch des Bundeskanzlers als „Zeichen der Wertschätzung für das, was wir tun und wofür wir alle stehen”. Die Innovationsfreude sei Boehringer „in die Gene geschrieben”, um Menschen helfen zu können. Die neue Chemie-Innovationsfabrik werde dabei helfen, „dass wir Patienten künftig lebensrettende, effektivere Therapieoptionen aus unserer Forschungspipeline noch schneller anbieten können”. Boehringer Ingelheim setze auf Innovation, Forschung und Entwicklung in Deutschland und Europa als Teil einer globalen Wertschöpfungskette. „Damit leisten wir einen maßgeblichen Beitrag am Standort Deutschland als attraktiver Arbeitgeber, Investor, nachhaltiger Produzent und erfolgreicher Wettbewerber auf Weltniveau.” In den kommenden fünf Jahren werde das Unternehmen weitere 35 Milliarden Euro investieren. „Dafür brauchen wir Planbarkeit”, mahnte von Baumbach. Und auch der Schutz geistigen Eigentums müsse unantastbar bleiben.

Standort für Innovation

„Die Entwicklung von Arzneimitteln ist eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts”, sagte der Bundeskanzler. Die Pandemie habe bewiesen, was Deutschland als Standort für Innovationen und Herstellung von Medikamenten leisten könne. „Deutschland und Europa werden durch den Aufbau lokaler Wertschöpfungsketten resilienter. Das neue Innovationszentrum von Boehringer Ingelheim ist eine sehr gute Nachricht“, versicherte Olaf Scholz. Auch die Ministerpräsidentin sprach von einem „schönen Tag”, weil die Versorgung mit Medikamenten gestärkt werde. „Die Pharmabranche hat in Rheinland-Pfalz eine lange Tradition. Boehringer Ingelheim ist Innovationstreiber und wir sind sehr stolz darauf, dass der Stammsitz in Ingelheim sukzessive zum globalen ‚Launch-Standort‘ aufgerüstet wird.” Die Landesregierung lege besonderen Wert auf die Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen, damit Pharma-Unternehmen wie Boehringer Ingelheim weiterhin Produkte vor Ort entwickeln und produzieren können. „Boehringer Ingelheim ist ein ganz zentraler Partner für uns“, versicherte Malu Dreyer.

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Zeitkapsel mit Tageszeitung

Der Worte waren dann genug gewechselt, vor dem Zelt sollte dann die Tat folgen. Hubertus von Baumbach hatte bereits die Tageszeitung in die Kapsel gesteckt, derweil Nikolaus dem Bundeskanzler das Modell eines Moleküls in die Hand drückte, was Olaf Scholz sichtlich amüsierte. Dann waren die Vorarbeiten getan, die Kapsel verschwand im Betonblock, der schließlich mit Mörtel und passgenauen Steinen verschlossen wurde. Den Test mit einer Wasserwaage hätte diese Maurerarbeit nicht bestanden, doch darum ging es ja nicht. So eine Grundsteinlegung hat Symbolkraft. Und darauf kommt es schließlich an. Für Statements hatte Olaf Scholz keine Zeit mehr, fast unbemerkt hat er sich längst auf den Weg zum nächsten Termin irgendwo in der Republik gemacht, als Dreyer und Nikolaus noch Fragen beantworteten.

Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bundeskanzler Olaf Scholz bestaunen ein Modell des CIP, in das Boehringer Ingelheim 284 Millionen Euro investiert.
Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Bundeskanzler Olaf Scholz bestaunen ein Modell des CIP, in das Boehringer Ingelheim 284 Millionen Euro investiert.
© Boehringer Ingelheim