Feine Spürnasen im Vogelsberg

Rudolf Leinweber (links) und Alexander Michel (rechts) zeichnen Manfred Wallot mit „Jacky“ als Suchensieger aus. Foto: Hahner

LJV-Vizepräsident Dr. Rudolf Leinweber begrüßte die Teilnehmer und ihre Hunde im Kurpark Hochwaldhausen und stellte fest, dass die Hoherodskopfprüfung zu den schwierigsten...

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ILBESHAUSEN-HOCHWALDHAUSEN. (alf). Rund um den Hoherodskopf fand die 63. Verbandsschweiß- und 17 Verbandsfährtenschuhprüfungen statt. Ausrichter dieser klassischen Fährtenprüfung für Jagdhunde war der Landesjagdverband (LJV) Hessen. Coronabedingt wurden die sonst übliche „Jagdkynologische Arbeitstagung“ sowie die Informations- und Lehrveranstaltungen gestrichen.

LJV-Geschäftsführer Alexander Michel begrüßte am DGH Ilbeshausen nach vorheriger Verlosung der Fährten und einer Richterbesprechung die elf Gespanne aus ganz Deutschland, dankte den Hundeführern für ihr Kommen und wünschte Suchenglück. Der Prüfungsleiter der Verbandsschweißprüfung, Helmut Odenwald (Bad Salzschlirf), gab einige Besonderheiten bekannt. Er war überzeugt, dass der Nieselregen den Hundenasen entgegenkommt, und er sollte recht behalten. Nach dem Signal „Aufbruch zur Jagd“, vorgetragen vom Bläsercorps der Jägervereinigung Lauterbach, fuhren die Gespanne in die Prüfungsreviere.

Die für 15 Uhr vorgesehene Richterbesprechung musste vorgezogen werden, weil die Prüfungen relativ schnell und meistens zufriedenstellend ausgefallen waren. Die Prüfungsleiter Helmut Odenwald und Hans-Jörg Schanz (Nidda) bestätigten, dass die Hunde und ihre Führer auf die schwierige Prüfung gut vorbereitet waren, trotz vieler Verleitfährten vor allem von Schwarzwild. Alle sechs Teilnehmer der Verbandsschweißprüfung bestanden die Prüfung. Bedingungen waren: Riemenarbeit am sechs Meter langen Schweißriemen auf der künstlichen, 1000 Meter langen Fährte, getupft mit Rotwildschweiß. Auf der Verbandsfährtenschuhprüfung auf der über 20-Stunden-Fährte waren zwei Teilnehmer nicht erschienen, und vier Gespanne bestanden die Prüfung. Alexander Michel äußerte sich über das Ergebnis zufrieden und bestätigte, dass die Hundeführer und ihre Hunde gut auf diese schwere Prüfung vorbereitet worden waren.

LJV-Vizepräsident Dr. Rudolf Leinweber begrüßte gegen 16 Uhr im Kurpark Hochwaldhausen die Gruppe mit ihrer Begleitung und stellte fest, dass die Hoherodskopfprüfung zu den schwierigsten Prüfungen dieser Art in Deutschland gehöre. Er dankte den Helfern und besonders dem Forstamt Schotten, in dessen Revieren die Prüfungen durchgeführt worden waren. „Für uns Jäger sind solche Schweißhundeprüfungen ethisch und moralisch eine Verpflichtung auch in Sinne des Tierschutzes und der Waidgerechtigkeit“, so Leinweber. Großes Lob galt Antje Englert-Schmidt aus Laubach, aktive Schweißhundführerin, Hundezüchterin und Richterin bei den Verbandsschweißprüfungen des LJV, sie erhielt die „Silberne Plakette“ des LJV Hessen. Klaus-Dieter Schmidt aus Laubach, seit vielen Jahren Helfer bei der Hoherodskopf-Prüfung, erhielt die Verdienstnadel in Bronze des LJV Hessen.

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Dann stellten die Prüfungsleiter Helmut Odenwald und Hans-Jörg Schanz die Ergebnisse beider Prüfungen vor. Auf der über 40-Stunden-Fährte erzielte Manfred Wallot aus Hanau mit seiner Langhaar-Teckel-Hündin „Jacky von Baerecio“ das bestes Ergebnis, das mit SW-I bewertet wurde. Damit wurde das Gespann auch zum Suchensieger 2020 erklärt. Der Führer wurde mit einer „Saufeder“ als Wanderpreis bedacht. Mit einem SW-II-Preis wurde die Arbeit der Schwarzwild-Bracke „Callahan von der Thorkuppe“ unter ihrer Führerin Gerlinde Skrzypek aus Lauterbach-Wallenrod bedacht. Das Gespann des Rauhaar-Teckels „Lucky vom Löfflers-Grund“ mit seiner Führerin Iris Auler aus Bad Emstal bestand die Prüfung nicht.

Auf der über 20-Stunden Fährte wurde Dr. Jochen Godt aus Velmar mit seiner Labrador-Retriever-Hündin „Gibsy von den Riedwiesen“ mit einem SW-II-Preis zum Sieger auf der 20-Stunden-Fährte erklärt. Michael Wischmann aus Kettenbach/Aarbergen mit seiner Deutsch-Langhaar Hündin „Cira vom Aartal“ bestand die Prüfung nicht.

Bei der Verbandsfährtenschuhprüfung wurde auf der über 40-Stunden-Fährte Marco Weis aus Lautertal-Dirlammen mit seiner von Gerlinde Skrzyek (Wallenrod) gezüchteten Schwarzwild-Bracke „Chipo von der Thorkuppe“ mit einer FS-II-Bewertung zum Suchensieger erklärt. Auf der 20-Stunden-Fährte wurde die Arbeit des Teams Hannes Koptiz aus Waldsolms mit seiner Deutsch-Wachtel-Hünding „Daisy vom Hahnenkamm“ mit einer FS-I-Bewertung bedacht. Ebenfalls mit einem FS-I-Bewertung wurde die Arbeit des Gespanns Stefan Bernhardt aus Flieden-Struht mit seiner Tiroler-Bracken-Hünding „Caja von der Jägerlinde“ bewertet. Das Team Axel Caspers aus Solingen mit seiner Gensky-Polski-Hünding „Bella vom Sorpetal“ bestand die Prüfung nicht.