Teamgeist als Hauptgewinner in Bannerod

Anstatt einer Großübung war es eine Gaudi-Olympiade, zu der die Feuerwehren aus der Gemeinde Grebenhain sowie auch aus Nachbargemeinden am Sonntagvormittag in Bannerod...

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BANNEROD. Vor 600 Jahren wurde Bannerod zum ersten Mal nachweisbar urkundlich erwähnt. Wesentlich jüngeren Datums ist die 1934 gegründete Freiwillige Feuerwehr, und doch ist sie, ganz abgesehen von ihren Hauptaufgaben Brandschutz und Rettung im Notfall, in ihrer Rolle für den dörflichen Zusammenhalt von Bannerod nicht mehr wegzudenken. Der letzte der drei Festtage zum Ortsjubiläum gehörte ganz den Männern und Frauen in der blauen Kluft, denn die Freiwillige Feuerwehr Bannerod richtete in diesem Jahr den Gemeindefeuerwehrtag aus. In dem kleinen Dorf, in dem die Gemeinschaft groß geschrieben wird, stand dabei fast schon zwangsläufig der gesellige Aspekt im Mittelpunkt.

Anstatt etwa einer Großübung war es eine Gaudi-Olympiade, zu der die Feuerwehren aus der Gemeinde Grebenhain sowie auch aus Nachbargemeinden am Sonntagvormittag in Bannerod zusammenkamen. Die insgesamt 13 Mannschaften mussten sich in sieben Disziplinen beweisen - ein abwechslungsreiches Rennen, bei dem nicht allein die pure Kraftanstrengung zählte, sondern ebenso Geschick und Einfallsreichtum. Welche Aufgabe die Feuerwehrmänner und -frauen sich dabei, als erste vornahmen, war dabei weniger wichtig - am Ende zählte, dass sie den gesamten Parcours durch das Jubiläumsdorf möglichst schnell und fehlerfrei absolvierten und dabei Punkte einheimsten. Dass dabei Spaß und Teamgeist nicht zu kurz kamen, verstand sich von selbst.

Wer wollte, konnte dabei gleich als erstes in See stechen - und zwar mit einem kleinen Ruderboot auf der Lüder. Es hieß dabei, gegen die Ströme anzukämpfen und unter der Lüderbrücke hindurch bis zur Wendemarke in Höhe des Festzeltes und auch wieder zurück. Von Vorteil war es dabei natürlich, auf beiden Seiten nacheinander abwechselnd zu paddeln und selbstverständlich jeden näheren Kontakt mit dem Wasser der Lüder zu vermeiden. Köpfchen war dagegen beim nächsten Wettbewerb gefragt. Hier mussten die Feuerwehrteams verschiedene Baumarten an ihrem Holz erkennen. Bei der Station des DRK erwiesen sich schließlich gute Kenntnisse in Erster Hilfe als nützlich. Die richtige Mischung aus Krafteinsatz und Gespür war dann beim Aufblasen eines Luftballons durch jeweils drei Teammitglieder über einen Feuerwehrschlauch gefordert.

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Besonderer Einfallsreichtum durfte den Organisatoren beim Sägewettbewerb bescheinigt werden. Die Herausforderung hierbei war weniger, dass jeweils zwei Feuerwehrleute den Umgang mit der großen Zweimannsäge meistern und mit Unterstützung ihres Teams jeweils ein Stück von einem Baumstamm absägen mussten. Vielmehr musste das abgesägte Holzstück möglichst exakt ein Gewicht von fünf Kilogramm haben. Die angetretenen Teams mussten also ausreichendes Schätzungsvermögen mitbringen - doch wie sich zeigen sollte, kamen die meisten sehr nah an die ausgegebene Marke heran. Geschicklichkeit war umso mehr beim Spiel "Heißer Draht" gefragt, bei dem der jeweilige Teilnehmer innerhalb möglichst kurzer Zeit eine Metallschlaufe entlang eines Drahtes bewegen musste, ohne diesen zu berühren. Zuletzt stand auch noch ein Fragebogen - sowohl zum Allgemeinwissen als auch zum spezifischen Feuerwehrwissen - auf dem Programm.

Gewonnen hatte in allen Fällen am Ende der Teamgeist - und nach Punkten die Mannschaft der Feuerwehr Herchenhain, die 89 Zähler auf dem Konto hatte. Nicht weit dahinter liefen die beiden Mannschaften der Feuerwehr Ober-Moos mit 86, beziehungsweise 82 Punkten auf dem zweiten und dritten Platz ein. Die nachfolgenden Platzierungen waren: 4. Feuerwehr Metzlos-Gehaag (80 Punkte), 5. Feuerwehr Nösberts-Weidmoos (78 Punkte), 6. Feuerwehren Nieder-Moos und Ilbeshausen (jeweils 76 Punkte), 7. Feuerwehr Metzlos (75 Punkte), 8. Feuerwehren Crainfeld, Grebenhain und Völzberg (61 Punkte), 9. Feuerwehr Steigertal (53 Punkte), 10. Feuerwehr Hartmannshain (45 Punkte).

"Es ist nicht selbstverständlich, dass eine so kleine Wehr den Gemeindefeuerwehrtag übernimmt", zollte Bürgermeister Sebastian Stang der durchführenden Feuerwehr im Anschluss seine Anerkennung. Das Engagement der Banneröder Feuerwehrleute habe sich auch durch die große Eigenleistung beim Umbau des örtlichen Feuerwehrgerätehauses gezeigt, das derzeit als einziges in der Großgemeinde alle geforderten Standards erfülle. Die Grebenhainer Feuerwehren stünden vor großen Herausforderungen, zumal die Anforderungen und Standards immer komplexer würden. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werde, so Bürgermeister Stang, ein großes Investitionsprogramm für die Feuerwehren in der Gemeinde mit einem Investitionsvolumen von mehreren Millionen Euro abgearbeitet.

Das gesellige Beisammensein im Anschluss an die Gaudi-Olympiade bot schließlich auch den geeigneten Rahmen, um diejenigen zu ehren, die sich um Brandschutz und Gefahrenabwehr in der Gemeinde Grebenhain besonders verdient gemacht haben.