Illumination im Bibelpark Herbstein

Die Illumination des Bibelparks bot ein besonderes Erlebnis. Foto: Stock

Der Übergang vom alten in das neue Jahr bietet sowohl die Möglichkeit, Rückschau zu halten, aber auch, einen Ausblick auf die Zukunft zu wagen. Unter diesem Aspekt konnte...

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HERBSTEIN. Der Übergang vom alten in das neue Jahr bietet sowohl die Möglichkeit, Rückschau zu halten, aber auch, einen Ausblick auf die Zukunft zu wagen. Unter diesem Aspekt konnte jetzt eine besondere Illumination im Herbsteiner Kolpingsfamilien-Feriendorf gesehen werden.

Schon bei Tageslicht übt der im Außenbereich der Freizeiteinrichtung befindliche Bibelpark seine Faszination auf den Besucher und Betrachter aus. Jetzt, nach Einbruch der Dunkelheit und angestrahlt von grünen, blauen, roten oder gelben Strahlern, präsentierte sich der Bibelparkbereich ungewöhnlich und interessant. Interessant war auch das, was Feriendorfleiter Hubert Straub dann bei einem kleinen Rundgang dazu ausführte. Die vielen Feriendorfbesucher und auch Gäste aus Herbstein nahmen dies zum Anlass, die aus der Bibel überlieferten Geschichten auf die aktuelle Zeit zu übertragen und dabei festzustellen, dass sie brandaktuelle Fragen nach dem eigenen Leben und nach dem eigenen Ich aufwerfen können.

Teil des Bibel-Parkes ist die Arche Noah, in der Straub die heutige Verantwortung des Menschen in Bezug auf Krieg und Frieden, aber auch für die Ökologie sieht. Jeder, so Straub, dürfte heute mit ins Boot, und man dürfe keine Menschen ausschließen. Die Geschichte von David und Goliath, so führte er weiter aus, sei stellvertretend für viele Ängste, die Menschen hätten, und wie David damals den Riesen besiegt habe, sollten die Menschen auch gegenüber ihren Ängsten erfolgreich sein. Nicht nur Handys, sondern auch Reichtum seien ein modernes "Goldene Kalb", denen die Menschen nachliefen, war auf einer weiteren Station zu hören. Der Turmbau zu Babel führte zu einer Sprachverwirrung. In der Moderne seien es Kommunikationsdefizite, die zu Unverständnis zwischen den Menschen, aber auch zu Gott bestünden. Straub verglich den gescheiterten Turmbau von Babel mit dem möglichen Zusammenbruch des Bankensystems und mit der Unbeherrschbarkeit der Atomkraft.

Auch Urvater Abraham wurde bei der Exkursion in den Mittelpunkt gerückt. Dieser ist Stammvater der drei monotheistischen Religionen, der Christen, Juden und Muslime. Das Zusammenspiel dieser Religionen nenne man "abramitische Ökumene", so Hubert Straub, und zeige auf, dass Austausch zwischen allen drei Religionen möglich sei und nicht immer über die Unterschiede gestritten werden müsse. Der "Fels von Kadesh" sei Beispiel für den Druck von außen, anstatt zur Ruhe zu kommen. Die Tempelsäulen machten deutlich, dass auch, die Frage möglich sei, was vor der Geburt war und was nach dem Tod kommt. Der "brennende Dornbusch" stehe heute für die Befreiung der Unterdrückten und Gefangenen, die Himmelsleiter als möglicher Hinweis der fehlenden Kommunikation nach oben, und die zehn Gebote als Zustand, dass Menschen die Gesetze zwar verstehen würden, diese aber mit Füßen träten.

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Bei Glühwein und anderen wärmenden Getränken wurde das, was Hubert Straub erläutert hatte, dann in persönlichen Gesprächen vertieft und festgestellt, dass die historischen Geschichten nichts von ihrer Aussagekraft eingebüßt hätten und es sich lohne, sich mit diesen zu befassen, um die richtigen Antworten für eine menschliche Zukunft zu finden.

Von Erick Stock