Vogelsberger SPD: Bekenntnis zur Landwirtschaft

Die SPD im Vogelsberg will den Dialog mit der Landwirtschaft. Foto: SPD

Die SPD im Vogelsbergkreis setzt auf Unterstützung und Dialog mit den Landwirten und will sie bei den Herausforderungen unterstützen.

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VOGELSBERGKREIS. "Der Vogelsbergkreis ist ohne Landwirtschaft nicht vorstellbar. Sie ist hier nicht nur ein Wirtschaftsfaktor und Garant für hochwertige, regionale Produkte, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zur Landschaftspflege. Unsere landwirtschaftlichen Betriebe müssen sich aber heute mehr denn je den Herausforderungen einer modernen Landwirtschaft und den Vorstellungen von Verbrauchern, Naturschutz und EU-Agrarpolitik stellen. Dabei darf auch die Kommunalpolitik Landwirtinnen und Landwirte nicht alleine lassen", erklärte der Vorsitzende und Spitzenkandidat der Vogelsberger SPD für die bevorstehende Kreistagswahl, Patrick Krug, in einer Pressemitteilung.

Für die Sozialdemokraten seien Natur- und Umweltschutz auf der einen sowie Landnutzung durch die Land- und Forstwirtschaft auf der anderen Seite kein Widerspruch. "Im Gegensatz zu einigen in der Bundes- und Landespolitik setzt die Vogelsberger SPD auf Dialog statt Schuldzuweisungen", betone Krug. Aus diesem Grund hätte man sich beispielsweise im vergangenen Jahr mit Vertretern der Initiative "Land schafft Verbindung" aus dem Vogelsbergkreis getroffen und über Herausforderungen und Probleme gesprochen. Dabei nehme man die Sorgen der Landwirte, egal ob konventionell oder ökologisch ausgerichtet, sehr ernst. Der Berufsstand und seine Interessen verdienten eine bessere Wahrnehmung in und durch Politik sowie Gesellschaft.

Die SPD bekenne sich klar zur heimischen Landwirtschaft und werde nicht nachlassen, diese bei ihren Herausforderungen zu unterstützen. Hierzu gehöre beispielsweise die bereits gute Beratung und Betreuung durch die Mitarbeiter des Vogelsberger Landwirtschaftsamts. Die SPD werde sich zudem auch weiterhin sowohl gegenüber der Bundes- als auch der Landespolitik konsequent für die landwirtschaftlichen Interessen einsetzen.

Dabei forderten die Sozialdemokraten einen fairen Ausgleich zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft einerseits und den berechtigten Interessen der Landwirte anderseits ein. "Um einen solchen Ausgleich konkret zu fördern, wird sich die SPD dafür stark machen, dass im Kreis eine vom Land Hessen finanzierte Stelle geschaffen wird. Diese soll sich über den vorhandenen Vertragsnaturschutz hinaus als Mittlerin zwischen Landwirten und Naturschutz aktiv um die Betreuung der Naturschutzflächen und die Konfliktvermeidung mit den Landwirten bemühen", erläuterte der SPD-Kreistagskandidat und Grebenhainer Bürgermeister, Sebastian Stang, der selbst in seiner Freizeit landwirtschaftlich tätig ist, eine Forderung seiner Partei. Eine weitere Forderung sei, dass das Land Hessen im Vogelsberg eine Stelle für das Wildtiermanagement finanziere. So sollten Konflikte der Land- und Forstwirtschaft mit geschützten Wildtieren wie Biber, Luchs und Wolf vorgebeugt und gelöst werden. Naturschutz gehe nur mit den Menschen vor Ort, die einen Ansprechpartner bräuchten, der sich vor Ort auskenne und auch in akuten Fällen handeln könne.

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In diesem Zusammenhang betonte Stang, dass das derzeitige Wildtiermanagement der Landesregierung unzureichend sei und die gesellschaftliche Verantwortung für die bedrohten Tierarten bei den Landnutzern abgeladen werde. Diesen würde oftmals gleich mit dem Strafgesetzbuch gedroht, anstatt deren berechtigten Interessen und Ängste ernst zu nehmen und gemeinsam mit ihnen nach Lösungen zu suchen. "Der Vogelsbergkreis ist Gott sei Dank nach wie vor ein Hotspot des Artenreichtums, was nicht zuletzt den Landnutzern zu verdanken ist, die den Naturraum geschaffen haben und weiterhin erhalten. Ob Wolf, Biber oder andere Arten - es genügt nicht, nur unzureichende finanzielle Unterstützung anzubieten und Berater vorbeizuschicken. Es braucht vielmehr schnelle aktive Hilfe vor Ort, um Probleme zu lösen oder noch besser im Vorfeld zu vermeiden. Dabei braucht es auch klare Regeln, wann die Grenzen von Kompromisslösungen erreicht sind. Das ist beispielsweise der Fall, wenn durch den Rückstau eines Biberdamms Siedlungsbereiche oder sogar ein Brunnen der Trinkwasserversorgung gefährdet würden."