186 Jahre Lauterbacher Anzeiger: Reitzentrum Nieder-Moos in...

Das Reitzentrum Nieder-Moos geriet in erhebliche Turbulenzen. Denn zwischen den beiden Gesellschaftern der Reitzentrum Verwaltungs-GmbH kriselte es, wie der LA im August 2001...

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LAUTERBACH. (vn). Das Reitzentrum Nieder-Moos geriet in erhebliche Turbulenzen. Denn zwischen den beiden Gesellschaftern der Reitzentrum Verwaltungs-GmbH kriselte es, wie der LA im August 2001 berichtete. Die Gemeinde Freiensteinau hielt 51 Prozent, die Interessengemeinschaft Oberhessen für therapeutisches Reiten besaß 49 Prozent. Die IG werde aus der GmbH aussteigen, berichtete Bürgermeister Friedel Kopp, der auch GmbH-Geschäftsführer war. Wenn die gemeinnützige IG aussteige, gehe ein Zuschuss der Aktion Mensch in Höhe von 400 000 Mark verloren, warnte Kopp. Dieses Geld hätte bei einem Ausstieg der IG die Gemeinde zusätzlich ausbringen müssen – zusätzlich zu einem Kredit von 2,8 Millionen Mark. Kopp berichtete, er sei bereits auf der Suche nach neuen Gesellschaftern. Sein Ziel es, dass die Gemeinde langfristig vielleicht ganz aussteige. Der Bürgermeister suchte auch Mieter, um die laufenden Kosten von 35 000 Mark monatlich zu decken.

Die Vogelsberger Grünen brachen einen Streit mit dem Vorstand des Energieversorgers OVAG vom Zaun. Im August 2001 verlangten sie eine Entschuldigung vom Vorstand, weil dieser die Erhöhung der Strompreise Anfang 2001 „bewusst auf falscher Basis“ berechnet und zu Unrecht dem Ökostrom in die Schuhe geschoben habe. Die Grünen erinnerten darin, dass die OVAG die Kilowattstunde Strom um 1,56 Pfennig verteuert und dies mit höheren Kosten durch Wind- und Sonnenstrom sowie das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz begründet habe, ohne genaue Zahlen zu nennen. Diese genauen Zahlen gebe es jetzt. Tatsächlich verteuere der Ökostrom nur um 0,42 Pfennig.

Im Zusammenhang mit der Insolvenz der Firma Hornitex in Nidda verlangten die Grünen sogar den Rücktritt der beiden Vorstandsmitglieder Hans-Ulrich Lipphardt und Rainer Schwarz: Die Vorstände hätten akzeptiert, dass Hornitex seine Stromrechnungen mit letztlich ungedeckten Schecks bezahlte. Das habe der OVAG schweren Schaden zugefügt. In der ZOV-Verbandsversammlung nahm eine Mehrheit aus SPD und CDU den OVAG-Vorstand in beiden Punkten in Schutz und wies die Kritik der Grünen zurück.

Die Handballabteilung des TV Maar wurde 75 Jahre alt. 1919 entstand der Turnverein, 1926 gründeten Hans Euler, Karl Hermann, Heinrich Helfenbein, Heinrich Höhl, Fritz Jodeleit und Johannes Zinn die Handball-Abteilung. Nach dem Krieg wurden Lorenz Martin, Konrad Höhl und Karl Rausch bei der US-Militärkommandantur vorstellig, damit 1947 der Spielbetrieb wiederaufgenommen werden konnte. 1966 wurde die Mannschaft Bezirksmeister auf dem Großfeld und in der Halle – Höhepunkte in der Vereinsgeschichte. Das Jubiläum feierten die Handballer mit einem Festwochenende.

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100 Jahre alt wurde der Fastnachtsverein „Kiriki“ in Freiensteinau. Am 13. Februar 1901 trafen sich 35 Fastnachter, um anlässlich der bevorstehenden Fastnacht einen Verein zu gründen, der laut den Statuten „Die Fastnacht hoch zu halten und den Karneval festlich zu begehen“ hatte. Es war der erste Karnevalsverein im Vogelsberg überhaupt, sagte Vorsitzender Karlheinz Fehl. Der erste Vorstand bestand aus dem Vorsitzenden Urban Hausmann, dem Rechner Wagner und dem Schriftführer Heinrich Diemer. In dem Gründungsjahr wurde an Fastnacht der erste Umzug in Freiensteinau durchgeführt, wobei im Anschluss im Saale „Zum weißen Roß“ der erste Maskenball folgte. Das Jubiläum feierten die Fastnachter mit einer Ausstellung über die Vereinsgeschichte, Discoverstaltungen und einem Festumzug. 70 Gruppen, darunter 23 mit Festwagen, nahmen an dem Umzug teil.

Die IHK in Gießen ergänzte ihre Führung. Mehr darüber am nächsten Samstag.