"Autoverkehr dominiert" in Lauterbach

Im Bereich Vogelsbergstraße/Neuer Steinweg (beim Kino) monieren die Grünen die fehlende Markierung als Gefahrenhinweis und Querungshilfe für Fußgänger, insbesondere morgens und mittags herrsche eine unübersichtliche Verkehrssituation für Schulkinder durch parkende und abbiegende Autos.

Lauterbacher Grüne dokumentieren Gefahrenstellen in der Innenstadt und fordern Verbesserungen der Situation für Fußgänger.

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LAUTERBACH. Vor wenigen Wochen hat die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine Begehung der Lauterbacher Innenstadt unternommen und dabei zahlreiche Wege, Übergänge und Kreuzungen auf Fußgängersicherheit geprüft. "Daraus entstand eine Auflistung von 20 konkreten Gefahrenstellen, die den Fußverkehr in Lauterbachs Innenstadt unattraktiv und unsicher machen", teilen die Grünen in einer Presseerklärung mit. Diese Fotodokumentation mit kurzer Problembeschreibung und ersten Lösungsansätzen habe die Fraktion jetzt mit Bürgermeister Rainer-Hans Vollmöller und den anderen Fraktionen im Lauterbacher Stadtparlament geteilt. Die Grünen hofften auf breite Zustimmung, damit die Maßnahmen zur Verbesserung des Fußverkehrs zügig umgesetzt werden könnten.

Die zentrale Erkenntnis der Stadtbegehung sei, dass sich in Lauterbach die Straßenraumgestaltung fast ausschließlich an den Bedürfnissen des Autoverkehrs orientiert. Dem Auto werde in der Innenstadt sehr viel Platz zugesprochen, der motorisierte Verkehr hat überwiegend Vorfahrt und dominiere das Verkehrsgeschehen. Das schränke nicht nur die Attraktivität von Lauterbachs schönsten Plätzen ein, sondern verdränge auch Fußgängerinnen und Fußgänger und damit das gesellschaftliche Leben aus diesem öffentlichen Raum.

"Lauterbach soll wieder eine lebendige Stadt werden", wünscht sich Dr. Ulla Mikota, Fraktionsmitglied der Grünen. "Eine Stadt, in der Menschen jeden Alters kurze Wege sicher und ganz selbstverständlich zu Fuß oder auch mit dem Rad zurücklegen, einander dabei begegnen und sich in der Stadt gern länger aufhalten." Die Grünen sind überzeugt: "Mit einer Verkehrsplanung, die sich am Menschen orientiert, könne man Lauterbacher dazu einladen, ihre Alltagswege zu laufen oder mit dem Fahrrad zu fahren." Die Lösung seien sichere, komfortable Fußwege sowie eindeutige Querungshilfen, bei denen der Fußverkehr möglichst Vorrang vor dem Auto habe.

"Mit dieser Dokumentation der Gefahrenstellen wollen wir belegen, dass unser Antrag auf zusätzliche Haushaltsmittel für die Verkehrssicherheit in Höhe von 50 000 Euro notwendig ist", erklärt Daniel Schmidt, Grünen-Fraktionsvorsitzender in Lauterbach. "Wir wissen natürlich, dass das Thema Verkehrssicherheit im Verantwortungsbereich der Ordnungsbehörde liegt. Aber mit unserem Dokument wollen wir auf Defizite hinweisen und mit dem Haushaltsansatz für 2022 eine zeitnahe Umsetzung zumindest wesentlicher Punkte parallel zur Umsetzung des Radwegekonzepts ermöglichen."