Bei Sanierung in Frischborn kräftig angepackt

Die Jubilare des Turnvereins 1912 Frischborn (Foto oben) sowie die Mitglieder, die für ihre sportlichen Erfolge geehrt wurden, darunter Vorsitzender Matthias Glitsch (hinten Mitte).   Fotos: Stoepler

Zur Jahreshauptversammlung des Turnvereins Frischborn platzt der kleine Saal der vereinseigenen Turnhalle regelmäßig aus allen Nähten, da wird die Schwelle von 100 Anwesenden...

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FRISCHBORN. Zur Jahreshauptversammlung des Turnvereins Frischborn platzt der kleine Saal der vereinseigenen Turnhalle regelmäßig aus allen Nähten, da wird die Schwelle von 100 Anwesenden schon ab und an überschritten. Jetzt wurde unter Beachtung der Hygienevorschriften während der Corona-Pandemie die eigentlich für das Frühjahr geplante Jahrestagung im großen Saal an weit auseinanderstehenden Tischen nachgeholt und dies nur mit der Hälfte der sonst üblichen Teilnehmerzahl.

Der Berichtszeitraum, das Jahr 2019, lag nun schon eine ganze Weile zurück, die Ehrengaben für Jubilare und verdiente Mitarbeiter waren ein halbes Jahr im Archiv eingelagert und wurden nun überreicht. Aktuell freute sich der TV Frischborn, dass der neue Gaststättenpächter so gut eingeschlagen habe. Als Ortsvorsteher Berthold Habermehl spontan die Probezeit für Gastwirt Hayri Altun vorzeitig für beendet erklärte, war auch der Vorstand um Matthias Glitsch einverstanden, gilt die Turnhalle doch als Mittelpunkt des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens im Lauterbacher Stadttteil.

Die Wahlen für Teile des Vorstandes gingen schnell über die Bühne. Hans-Jürgen Rockel als zweiter Vorsitzender, Uwe Meyer als Schriftführer, Karteiwart Christoph Ludwig, Jörg Abeska und Christian Hansel vom Abteilungsteam Fußball sowie Dr. Manuel Ludwig als Abteilungsleiter für Karneval und Kultur wurden einmütig für zwei weitere Jahre im Amt bestätigt. Eine Zäsur gab es allerdings im Vorstand. Rudi Glitsch, Vater des Vorsitzenden, zog sich nach 45 Jahren aus der Vorstandsarbeit zurück. Seine Aufgaben als Platzwart teilen sich nun Wolfgang Mösner, Klaus Helfenbein, Gerhard Heiß und Manfred Jöckel.

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Das Corona-Virus macht auch dem TV Frischborn zu schaffen. Viele Veranstaltungen und über lange Zeit der Trainings- und Wettkampfbetrieb fielen aus. Dafür gab es in der Vorstandsarbeit erhebliche Mehrbelastungen von Hygienekonzepten bis zu Anträgen für die Corona-Soforthilfe sowie der Anpassung von Kreditverträgen. Die Pandemie ließ verlässliche Einnahmequellen versiegen, die sonst zwischen 8000 und 10 000 Euro in die Vereinskasse bringen, aus der unter anderem die Unterhaltung der Vereinsanlagen wie die Turnhalle finanziert werden. Es gebe überhaupt nur noch zwei Vereine im Kreis mit vergleichbarem Vereinsvermögen, wusste Ortsvorsteher Habermehl, der den Stellenwert des TV für das Dorfleben in Frischborn betonte, insbesondere auch das Angebot für die Jugend.

Die Sanierung der Turnhalle schlägt sich auch in der Kassenführung des Vereins nieder, wobei Rechnungen und Zuschuss-Eingang nicht immer im gleichen Jahr verbucht werden können. Ein großes Lob gab es für den Verein, weil dieser kurzerhand eine Extraschicht mit 784 Stunden ehrenamtlicher Arbeit eingelegt hatte. Aus einem Zuschusstopf, dem sogenannten Leaderprogramm, drohten 20 000 Euro ungenutzt liegen zu bleiben, wenn hierfür kein Projekt in der angegeben Frist abgewickelt worden wäre. Die Frischbörner krempelten die Ärmel hoch und zogen die Renovierung des kleinen Saales vor, um die Förderbedingungen zu erfüllen. Eigentlich sei eine Verschnaupause im groß angelegten Sanierungsprogramm vorgesehen gewesen, berichtete Daniel Fischer vom Arbeitskreis Turnhalle, der die vielen ehrenamtlichen Helfer organisiert.

In einer reich bebilderten Präsentation ließen Vorsitzender Matthias Glitsch und die einzelnen Abteilungsleiter noch einmal das Jahr 2019 Revue passieren, wobei das Jahr 2020 weitestgehend ausgespart wurde, denn im Frühjahr soll, wenn möglich, die nächste Jahresversammlung wieder turnusgemäß stattfinden. Die Arbeiten in der Turnhalle, aber auch der Brand während der Fastnachtsdisco Anfang Januar 2020 waren hier besondere Ereignisse.

Manfred Jöckel berichtete ausführlich vom Jugendfußball, der wie bei den erwachsenen Kickern in einer Spielgemeinschaft mit Heblos, Maar und Wallenrod, zum Teil auch noch zusätzlich mit Angersbach, Landenhausen und Bad Salzschlirf stattfindet. Bei der JSG Lauter nehmen in den verschiedenen Altersklasse rund 150 Kinder und Jugendliche am Spielbetrieb in elf Mannschaften teil, davon 15 aus Frischborn. Die im Vergleich zu früher geringere Aktivenzahl führt dazu, dass die Zahl der Mannschaften in den einzelnen Jahrgängen abnimmt, die Fahrten zu Auswärtsspielen immer weiter bis in die Rhön und ins Tal der Kinzig werden. Arbeitsaufwendig war auch eine Neuvermessung des Sportplatzes auf dem Gelände am Seibertsberg, wo für Begegnungen auf dem Kleinfeld inzwischen vier Plätze abgestreut werden müssten. Die Felder für die G- und F-Junioren seien jetzt kleiner als die der E- und D-Junioren, berichtete Manfred Jöckel.

Die Fußballer sind in der SG Lauter aktiv. Paul Bernges dankte besonders Wolfgang Mösner und Peter Gyura, die für den TV Frischborn als Schiedsrichter aktiv sind.

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Über die lebendige Turn- und Leichtathletik-Abteilung referierte Benjamin Heiß, der zahlreiche sportliche Erfolge im Nachwuchsbereich zu verzeichnen hatte. Ein Sportfest der Kinderleichtathletik wurde erfolgreich auf dem Seibertsberg gemeistert, während die Sportabzeichen-Prüfungen an der Adolf-Spieß-Halle in Lauterbach abgelegt werden. Die Turner sind vom Eltern-Kind-Turnen bis zu den Mittwochsturnerinnen in vielen Trainingsgruppen aktiv, in denen auch die Geselligkeit nicht zu kurz kommt. Allerdings werden Betreuer und Trainingshelfer gesucht: "Wir gehen auf dem Zahnfleisch." Johanna Eifert betreut einen engagierten Lauftreff mit vielen Teilnehmern aus Lauterbach, die neu zu dem jetzt 644 Mitglieder zählenden TV Frischborn gestoßen sind.

Werner Gülle berichtete über ein erfolgreiches Jahr der Tischtennis-Abteilung, die mit der zweiten Mannschaft erstmals in ihrem Bestehen den Titel eines Kreispokalsiegers feiern konnte. Der Erfolg spornte an, die erste Mannschaft ließ kurz darauf den gleichen Titel in ihrer Klasse folgen. Mit bunten Bildern aus der Märchenwelt von Walt Disney und Tausendundeiner Nacht unterstrich Dr. Manuel Ludwig die Rolle Frischborns als Karnevalshochburg mit dem Hoppeditz als Aushängeschild. "Wir möchten die Kampagne nicht absagen", sagte Ludwig mit Blick auf den 11.11.. "Wir wollen irgendetwas machen." Gedacht sei an interne Veranstaltungen, bei denen die Balletts die Früchte ihrer Trainingsarbeit zeigen könnten, an große öffentliche Veranstaltungen sei nicht zu denken. Auch ein Prinzenpaar werde es in der Corona-Saison nicht geben.