Eichhof-Krankenhaus Lauterbach: "Verzweiflung und...

Die Hausärzte befürchten eine Schwächung des internistischen Bereichs des Krankenhauses. Fotos: Kempf/Stauke-Fotolia

Aufgrund der Berichterstattung unserer Zeitung und informellen Gesprächen mit Krankenhausmitarbeitern äußert sich nun der Hausarztverband des Vogelsbergkreises. Er ist...

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LAUTERBACH/VOGELSBERGKREIS. Aufgrund der Berichterstattung unserer Zeitung und informellen Gesprächen mit Krankenhausmitarbeitern äußert sich nun der Hausarztverband des Vogelsbergkreises. Er ist besorgt über die Entwicklung der stationären gesundheitlichen Versorgung in Lauterbach, insbesondere im Bereich der nicht operativen Medizin.

Die Gruppe erklärt in einer gemeinsamen Pressemitteilung: "Wir befürchten, dass die Kündigung zweier leitendender Chefärzte viel Unruhe und Instabilität mit sich bringen wird und das während einer laufenden Pandemie." Der daraus folgende personelle und strukturelle Umbau werde zudem erhebliche Kraftanstrengungen von den verbleibenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern fordern, "zumal häufig der Weggang eines Chefarztes die Kündigung weiterer Ärzte nach sich zieht".

Die Hausärzte betonen außerdem: "Wenn aber gleich mehrere Leitungspositionen ersetzt werden müssen, befürchten wir, dass die Stabilität eines Krankenhauses dieser Größe gefährdet ist. Einer der beiden Chefärzte ist unter anderem hauptverantwortlich für die Versorgung der Covidpatienten und das Hygienekonzept des Krankenhauses gewesen." Qualifizierten Ersatz auf dem derzeitigen Arbeitsmarkt zu finden, sei sicherlich sowohl im ärztlichen Bereich als auch im pflegerischen Bereich nicht einfach. "Es gehen zwei Chefärzte, die seit vielen Jahren eine gute Arbeit am Eichhofkrankenhaus leisten und sich mit der Region sowohl familiär als beruflich identifizieren."

Ein Großteil der niedergelassenen Hausärzte und Hausärztinnen hat - auch das teilt der Verband mit - früher in den Krankenhäusern der Region gearbeitet. "Natürlich erreichen uns über diese persönlichen Kontakte zu den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen Stimmungen. "Was uns in den Gesprächen besonders betroffen gemacht hat, sind die Verzweiflung und Perspektivlosigkeit, vermischt mit Wut und Trauer."

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Der Verband fährt fort: "Wenn wir die Entwicklung des Eichhof-Krankenhauses in den letzten Jahren betrachten, hat sich eine zunehmende Stabilisierung und breite Basis der medizinischen Versorgung dargestellt. Auch die Rückkopplung der Patienten war durchweg positiv. Der Umgang mit uns Hausärzten war vertrauensvoll und wertschätzend."

Der Verband mache sich allerdings große Sorgen bezüglich der weiteren regionalen Versorgung der Patienten und Patientinnen, der Bevölkerung des Vogelsbergkreises. "Wir befürchten, dass der internistische Bereich und damit der Bereich der akuten Notfallversorgung (Herzinfarkt etc.) zugunsten der Abteilungen mit operativem Schwerpunkt zurückgefahren wird."

Die Hausärzte warnen: "Was passiert, wenn es nicht bei der Kündigung zweier Chefärzte bleibt, sondern der beschriebene Unmut im Artikel von Frau Kempf vom 28. Dezember in dieser Zeitung dazu führt, dass weitere kompetente Ärzte und Pfleger das Eichhof-Krankenhaus verlassen? Aus unserer Sicht sollten alle Anstrengungen unternommen werden, dieses zu vermeiden. Aufgefordert, dies zu tun, sind wir alle. Es wäre aus unserer Sicht wünschenswert gemeinsame Gespräche zu führen. Letztendlich trägt der Stiftungsrat Verantwortung für die Entwicklung des Krankenhauses und damit für die medizinische Versorgung des Bereichs Lauterbach."

Zum Schluss ihrer Erklärung appellieren die Fachleute: "Wir alle, Ärzte, Ärztinnen, Mitglieder des Stiftungsrates des Eichhofkrankenhauses, hauptamtlicher Vorstand, Kommunalpolitikerinnen, Kommunalpolitiker oder ,einfache' Bürgerinnen und Bürger müssen ein gemeinsames Ziel haben: Die breite Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung im Bereich Lauterbach."