Diese drei Spiele gingen ins Rennen. Foto: Goldberg

Spannende Erlebniswelten, Strategie oder einfach nur Glück - während der Lauterbacher Ferienspiele wurden wieder die drei nominierten Spiele zum "Kinderspiel des Jahres" von...

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LAUTERBACH. Spannende Erlebniswelten, Strategie oder einfach nur Glück - während der Lauterbacher Ferienspiele wurden wieder die drei nominierten Spiele zum "Kinderspiel des Jahres" von Lauterbacher Kindern gespielt und bewertet. Auf den Spieltischen waren die Spiele "Fabelwelten", "Dragomino" und "Mia London" zum Ausprobieren aufgebaut. In drei Gruppen hatten die Teilnehmer pro Spiel jeweils 40 Minuten Zeit, sich einen Überblick über jedes Spiel zu verschaffen und eine oder mehrere Runden zu spielen. So wurden alle Spiele von allen elf teilnehmenden Kindern jeweils mindestens zweimal gespielt.

"Dragomino" von Bruno Cathala, Marie und Wilfried Fort, erschienen bei Pegasus, ist ein Spiel für zwei bis vier Personen ab 5 Jahren: Es erinnert an die klassischen Dominolegespiele für Kinder. Aus einer Auswahl in der Tischmitte versuchen die Kinder, passende Landschaften an ihr Anfangsplättchen zu legen. Schafft es das Kind, zwei gleiche Landschaften aneinander zu legen, so wird es mit einem Drachenei passend zur Landschaftsform belohnt. Durch geschicktes Kombinieren ist es den Kindern auch möglich, mehrere Dracheneier in einem Zug zu ergattern. Und mit etwas Glück ist auf der Rückseite des Eis auch ein Babydrache abgebildet, der am Ende des Spiels Punkte einbringt. So entsteht mit fortschreitender Spieldauer (etwa 15 Minuten pro Partie) eine farbenfrohe Landkarte mit hoffentlich vielen Dracheneiern und Babydrachen darauf. Die Spielmaterialien sind robust und schön gestaltet. "Dragomino" ist eine reduzierte aber spielenswerte Ausgabe des Spieles "Kingdomino", das 2017 den Titel "Spiel des Jahres" für sich beanspruchen konnte.

"Mia London" von Antoine Bauza und Corentin Lebrat, erschienen bei Le Scorpion Masqué (Asmodee), ist ebenfalls ein Spiel für zwei bis vier Personen ab 5 Jahren. Es ist ein erfrischend neues Memoryspiel, für das sich auch große Spieler und Spielerinnen begeistern können. Da hat mal wieder jemand was angestellt. Und ein Augenzeuge gibt eine Täterbeschreibung, die die Kinder in ihrem Phantomzeichnungsringbuch "notieren" können. Dieses Ringbuch ist das Herzstück des Spiels und grafisch und spielerisch ein Riesenspaß. Mit einer Ringbuchklammer kann man ein Täterbild aus vier Merkmalen mit jeweils fünf verschiedenen Möglichkeiten erstellen. Das sind 625 mögliche Kombinationen. Aus einer Reihe von Karten mit den entsprechenden Merkmalen müssen die Kinder sich das Merkmal (Hut, Brille; Schnurrbart und Fliege) heraussuchen, das nur einmal statt zweimal vorkommt. Das ist anfangs noch einfach, steigert sich aber in der zehnminütigen Partie ganz erheblich. Dieses Spiel schärft den Detektivblick von Kindern und Erwachsenen gleichermaßen. Und lädt schnell zu einer, zwei oder vielen weiteren Runden ein.

"Fabelwelten" von Marie und Wilfried Fort, erschienen bei Lifestyle Boardgames (Asmodee), ist ebenfalls ein Spiel für zwei bis sechs Personen ab 5 Jahren. Auch in diesem schönen Spiel gibt es wieder ein tolles Ringbuch. Darin werden Geschichten erzählt. Die Geschichten und die Helden und Heldinnen darin ändern sich von Spiel zu Spiel. Aus zehn Geschichten wählen alle Kinder eine aus. Die Geschichte wird in Form von Karten erzählt, und zu jeder Karte gibt es eine ganz besondere Rolle, die von einem Tier verkörpert wird. Diese Tiere haben die Kinder als wunderschön gestaltete Karten auf der Hand und entscheiden dann gemeinsam, welches Tier am besten für eine bestimmte Rolle an einer bestimmten Stelle der Geschichte geeignet ist. Dafür werden dann Punkte verteilt, es wird weitergeblättert und die nächste Seite des Buches mit Geschichte und Tier gefüllt. Auf die Punkte kommt es dabei oft gar nicht an, vielmehr ist die Diskussion und die Überraschung, welche Tiere für die Rolle zur Verfügung stehen oft im Vordergrund. Nach etwa 20 Minuten ist eine "Fabelwelten"-Geschichte beendet und kann in dem Märchenringbuch nochmal nachgelesen werden. Und ja, natürlich ist die tranige Schildkröte das wildeste Biest, das sich jemals in den königlichen Wäldern herumgetrieben hat. Oder? Und später kommen noch das lachende Krokodil, die verschmitzte Hyäne und die grimmige Brieftaube dazu. Und, und, und...

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Nachdem jedes Spiel von den Kindern ausprobiert wurde, konnte dann für jedes der Spiele entweder drei, zwei oder ein Punkt verteilt werden. Nach der Auszählung der Punkte ergab sich für die drei Spiele folgender Punktestand: "Dragomino" und "Fabelwelten" mit je 23 und "Mia London" mit 20 von 33 maximal möglichen Punkten. Nach einer spannenden Stichwahl, bei der nur noch drei und ein Punkt vergeben werden konnte, bekam "Dragomino" 21 Punkte und "Fabelwelten" 23 Punkte von den Kindern und darf sich nun "Lauterbacher Kinderspiel des Jahres 2021" nennen. Die Experten der Jury "Spiel des Jahres" wählten dieses Jahr übrigens "Dragomino" auf den ersten Platz.

Lust aufs Spielen?

Alle Spiele waren sowohl in der ersten Wahl und in der Stichwahl mit den Punkten recht nah beieinander. Das zeigt, dass die drei Spiele für viele Geschmäcker etwas bieten und sich jedes der drei Spiel mit etwas Besonderem an die Spielerinnen wendet. Die geduldigen Spieletester waren Sam, Max, Ida, Taylor, Julien, Mattis, Jakob, Basti, Benni, Florian und Jonas. Besonderer Dank ging an die ehemaligen Ferienspielkinder Leonhard und Salih, die den Kindern die Spiele erklärt haben. Die drei getesteten Spiele und viele weitere Spiele kann man, wenn der Coronavirus es zulässt, auf den Spieleabenden der Lauterbacher Jugendpflege kennenlernen oder in der Stadtbücherei ausleihen. Alle Spieletermine in und um Lauterbach kann man auf der Serviceseite www.einfach-nur-spielen.de finden. Weitere Information rund ums SPIELen gibt es bei Stadtjugendpfleger Andreas Goldberg, Telefon 06641/184 161.