Gartenarbeit, schreiben, chatten

Bei dem schönen Frühlingswetter zieht es viele ältere Menschen in den Garten.  Symbolfoto: dpa

Wer sich momentan nicht langweilen möchte, muss kreativ werden. Besonders betrifft das die Senioren der Region. Langweilig muss es aber trotzdem nicht werden, wie die...

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. Lauterbach/Vogelsbergkreis. Wer sich momentan nicht langweilen möchte, muss kreativ werden. Besonders betrifft das die Senioren der Region. Als Risikogruppe sind sie besonders dazu angehalten, das Haus möglichst nicht zu verlassen. Treffen mit Freunden oder Hobbys fallen also weg. Langweilig muss es aber trotzdem nicht werden, wie die Vorsitzenden verschiedener Organisationen und Vereine verrieten.

"Die meisten Senioren sind zum Glück bereits gut vernetzt und können so den Kontakt zu Familien und Freunden halten", erklärt Michael Duschka, Vorsitzender des Seniorenbeirats Lauterbach. Eine offene Einstellung bezüglich der modernen Technik zahle sich jetzt aus. Hilfsangebote, zum Beispiel beim Einkaufen, gebe es auch sehr viele, so Duschka. Die Hilfsbereitschaft in Lauterbach sei tadellos. Viele Senioren freuten sich über das Wetter, weil sie im Garten arbeiten könnten und ein bisschen an die frische Luft kämen.

Dr. Bernd Liller, Vorsitzender des Kreisseniorenbeirats, berichtet, dass sehr viel weniger ältere Menschen unterwegs seien. Die Menschen seien insgesamt sehr diszipliniert und würden sich an die vorgegebenen Maßnahmen halten. "In unserer ländlichen Region muss man keine Angst haben", so der Lauterbacher. Er empfiehlt, die Zeit zu nutzen, um Erinnerungen für Kinder und Enkel aufzuschreiben und alte Fotos durchzuschauen. Dafür habe man ja jetzt genug Zeit.

Die Seniorenhilfe in Maar versucht weiterhin, ihre Arbeit so gut es geht aufrechtzuerhalten. Fahrdienste zum Arzt, ins Krankenhaus oder in die Apotheke werden weiterhin angeboten, solange sich noch Fahrer finden. "Eigenschutz ist wichtig", betont Walter Mönch, Vorsitzender der Seniorenhilfe. Jeder Fahrer müsse für sich selbst prüfen, ob er weiterhin aktiv sein möchte. Die meisten wären aber froh, etwas zu tun zu haben. Auch Einkaufshilfen würden noch angeboten, allerdings werde nur noch ein Laden angefahren. Alternativ könnten die Fahrer auch den Einkauf übernehmen und dann vor die Tür stellen. Der Besuchsdienst bei pflegebedürftigen Personen werde auch noch aufrechterhalten, nur die Besuche in den Altersheimen fielen weg.

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Der Hausfrauenverband in Angersbach hält über eine WhatsApp-Gruppe Kontakt, erzählt die Vorsitzende Ursula Kraft. Es sei wichtig Kontakt zu halten und nicht nur vor dem Fernseher zu sitzen. Etwas Kreativität sei aber gefragt, gerade wenn es um Geschenke für diejenigen geht, die jetzt Geburtstag haben und nicht feiern dürften. Ihrer Tochter habe sie deshalb zusammen mit ihrer Enkelin selbstgebackene Plätzchen geschickt. Ansonsten steht auch Gartenarbeit hoch im Kurs: "So unkrautfrei war mein Garten schon lange nicht mehr", so Kraft.

Dank moderner Technik und ein bisschen Kreativität wird es also auch zu Hause nicht langweilig.