Seit zehn Jahren „Umwelt-Abi“ in Lauterbach

Lea Tellesch im Labor der Vogelsbergschule. Foto:Leister

Ökonomie und Ökologie: Mit diesem Gebiet setzt sich das das „BG Umwelt“ – das Berufliche Gymnasium mit Fachrichtung Umwelttechnik – an der Vogelsbergschule Lauterbach...

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LAUTERBACH. (red). Thematisch beherrscht seit Wochen die Corona-Pandemie das Interesse der Öffentlichkeit – doch schon jetzt zeichnet sich sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Presse ab: Es gibt eine Zeit danach und auch die wird wieder ihre Themen haben. Drängende Herausforderungen wie Umwelt- und Klimaschutz werden gerade jetzt, beispielsweise mit Blick auf wirtschaftsfördernde Maßnahmen, neu diskutiert und betrachtet. Ganz deutlich wird hier, wie Ökonomie und Ökologie verzahnt sind. Mit diesem Gebiet setzt sich das das „BG Umwelt“ – das Berufliche Gymnasium mit Fachrichtung Umwelttechnik – an der Vogelsbergschule Lauterbach (VBS) schwerpunktmäßig auseinander - und das nun bereits im zehnten Jahr. „Wir haben damit sehr früh eine Pionierrolle in Hessen übernommen“, blickt Ulrich Metzendorf, stellvertretender Schulleiter der VBS, zurück und ergänzt: „Heute sind wir eine von vier hessischen Schulen, die diesen Schwerpunkt anbieten.“

Was sie damit für Schülerinnen und Schüler an Mehrwert schaffen, erläutert Lea Tellesch. Sie ist Schülerin der E-Phase und hat sich ganz bewusst für ein Berufliches Gymnasium und auch für den Fokus Umwelt entschieden. Dabei geht es der jungen Frau in erster Linie gar nicht so sehr um die zukünftige Berufswahl, sondern darum, in einem Zukunftsthema umfassend und aktuell zu lernen. Verstehen und mitreden bei dem, was für ihre Generation zukunftsweisend ist, hat für die 17-Jährige aus Lauterbach einen hohen Stellenwert. „Ich kann hier das Abitur machen und gleichzeitig etwas lernen über ein Thema, das gerade uns jungen Menschen unter den Nägeln brennt“, freut sie sich über die Möglichkeit, genau das hier zu tun. „Besonders in dieser Zeit jetzt habe ich gesehen, wie nützlich Wissen über Viren sein kann, aber auch über Umweltanalytik oder Hygiene – all diese Themen kommen im Unterricht vor und haben ja gerade jetzt eine große Relevanz“, berichtet Lea Tellesch.

Mit dem Thema Umwelt gelingt es der Schule, auch verstärkt Schülerinnen für ein Gebiet aus dem MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu gewinnen. „Wir sehen, dass Mädchen hier noch stark unterrepräsentiert sind, und können uns gut vorstellen, dass sie durch dieses hochinteressante Feld einen Weg zu den verschiedensten Berufsbildern aus diesem Bereich finden können”, sieht Abteilungsleiterin Bettina Kreuzer ein weiteres Argument für diesen Schwerpunkt.

Carsten Kropf und Benjamin Schuh, Jörg Schmidt und Steffi Weber sind von Anfang an im Umweltteam der VBS. Ihre Schwerpunkte Umweltökonomie und -technik und die Kombination mit ihren anderen Fächern wie Wirtschaft, Mathematik oder Politik spiegeln die Bandbreite wider, die diese Fachrichtung bietet: die Verzahnung von Ökologie und Ökonomie, Bedeutung und Einfluss auf und durch die Politik, Entwicklung und Förderung innovativer Technologien. „Hier haben in den letzten Jahrzehnten rasante Veränderungen stattgefunden”, so Jörg Schmidt. Er ist stets auf dem Laufenden, was sowohl Technik und Wirtschaft als auch Akzeptanz und Wirkung in der Gesellschaft betrifft. Diese Aktualität findet fast täglich ihren Niederschlag im Unterricht. Der Lehrer des Leistungskurses Umwelttechnik vertritt die Schule in verschiedenen Verbänden, beispielsweise dem KompetenzNetz UmweltTechnologie, und stellt damit eine wichtige Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft, zwischen Lehre und Anwendung her. „Exkursionen und Betriebsbesichtigungen sind essenzieller Bestandteil unseres Unterrichts”, verdeutlicht Benjamin Schuh, der Umweltökonomie unterrichtet und gute Beziehungen zu der lokalen und regionalen Wirtschaft pflegt: „Unsere Schülerinnen und Schüler lernen hier, dass Umwelt mehr ist als Nachhaltigkeit, denn wir beleuchten in der E- und der Q-Phase alle Facetten von Umweltrecht, Umweltmanagement und Umweltpolitik über Ökosysteme und Energietechnik bis hin zu den Themen Trink- und Abwasser, Luftreinhaltung und Kreislaufwirtschaft.”

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Jede Menge Wissen also, das man für die verschiedensten Studiengänge und Ausbildungsberufe brauchen und nutzen kann. Jan-Niclas Heß kann dies nur bestätigen. Der 24-Jährige hat im Jahr 2015 sein Abitur an der VBS abgelegt und Umweltmanagement studiert. Vieles von dem, was er im BG gelernt hat, hat ihm sowohl inhaltlich als auch fachlich gerade in den ersten Semestern entschieden weitergeholfen, berichtet er. Nach einem Bachelor-Abschluss im Fach Umweltmanagement absolviert er aktuell sein Masterstudium an der Technischen Universität Dresden im Fach Abfallwirtschaft und Altlasten. Perspektivisch stehen ihm damit viele Türen offen, da fast alle größeren Unternehmen eine Umweltabteilung haben. „Das Thema Umwelt wird zukünftig eine immens große Rolle auf der ganzen Welt spielen“, skizziert er die Bedeutung seines Fachs und untermauert damit die Sichtweise der Vogelsbergschule. Doch in die weite Welt muss man als Umweltexperte gar nicht unbedingt: „Auch in der Region gibt es viele Unternehmen, die im Umweltbereich tätig sind.“ Ähnlich wie Lea Tellesch startete Jan-Niclas Heß aus Interesse am Thema an dem BG Umwelt. Besonders aber die Allgemeine Hochschulreife am BG der Vogelsbergschule Lauterbach ermöglicht den Zutritt zu allen Studiengängen, wie die verschiedenen Ausbildungen und Studiengänge seiner Mitschüler und Mitschülerinnen zeigen.

Kontakt

Die Vogelsbergschule ist das Berufliche Bildungszentrum in Lauterbach mit einem Beruflichen Gymnasium, das mit den Schwerpunkten Wirtschaft oder Umwelttechnik zur Allgemeinen Hochschulreife führt. Informationen dazu gibt es unter www.vogelsbergschule.de oder ganz direkt bei Bettina Kreuzer (06641/6554-0 oder -17).