Nachbarschaftshilfe in Corona-Zeiten

Reiner Seibert

Während sich viele jüngere Leute mittlerweile über Whatsapp- oder Facebookgruppen vernetzen, um sich in der Corona-Krise beizustehen, arbeitet die Nachbarschaftshilfe...

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LAUTERTAL. Während sich viele jüngere Leute mittlerweile über Whatsapp- oder Facebookgruppen vernetzen, um sich in der Corona-Krise beizustehen, arbeitet die Nachbarschaftshilfe Lautertal meist für ältere Menschen, die nicht über Zugang zu sozialen Medien verfügen oder mit ihnen nicht umgehen können. Der LA sprach mit dem Vorsitzenden, Reiner Seibert, über die Hilfsangebote in Zeiten von Corona.

Herr Seibert, wie erleben Sie derzeit die Corona-Krise in Ihrem persönlichen Umfeld? Leben Sie auch schon in „häuslicher Absonderung“?

Ich gehe nur noch einkaufen und habe alle Versammlungstätigkeiten abgesagt, wie Qi-Gong und den Brauchtumstag. Der Brauchtumstag soll aber am 21. März 2021 mit gleicher Besetzung nachgeholt werden. Bei dem schönen Wetter bin ich meist im Garten.

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Stoßen die öffentlichen Maßnahmen und Einschränkungen auf Verständnis?

Ich würde sagen Ja. Wir halten Abstand und schütteln keine Hände, wir winken uns zu.

Wie wirkt sich Corona auf die Arbeit der Nachbarschaftshilfe aus? Bleiben Ihnen jetzt die Fahrer weg oder melden sich gar mehr Hilfswillige?

Bis jetzt geht alles normal weiter, einzelne Fahrten wurden abgesagt, es gibt auch zur Zeit noch keine erhöhten Anforderungen.

Aktuell etablieren ja viele jüngere Menschen per WhatsApp oder Facebook digitale Plattformen, auf denen sie gegenseitige Unterstützung organisieren. Viele ältere Menschen können aber mit den sozialen Medien im Internet nicht viel anfangen. Geht es bei der Nachbarschaftshilfe auch ohne PC?

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Bei uns geht es meist per Telefon 06643/349. Hier ist auch ein Anrufbeantworter geschaltet. Wenn man hier die Telefonnummer aufspricht, wird diese auf mein Handy weitergeleitet und wir rufen zurück.

Muss die Hilfe derzeit anders funktionieren, beziehungsweise organisiert werden, als in normalen Zeiten?

Man muss sich nur darauf einstellen: kein Händeschütteln und Abstand halten.

Wenn Sie sich von Ihren Mitmenschen in diesen Zeiten etwas wünschen könnten, was wäre das?

Rufen sie an, wenn sie Hilfe benötigen, wir organisieren die Hilfe, wir sind für alle da.