Peter Volland und seine Gitarre

Peter Volland und seine Gitarre sorgten für einen stimmungsvollen Abend.  Foto: Eigner

Anderswo im Vogelsberg wurde am frühen Sonntagabend gerade den ersten Hochrechnungen der hessischen Landtagswahl entgegengefiebert. Im Lautertaler Ortsteil Eichenrod zog es...

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EICHENROD. Anderswo im Vogelsberg wurde am frühen Sonntagabend gerade den ersten Hochrechnungen der hessischen Landtagswahl entgegengefiebert. Im Lautertaler Ortsteil Eichenrod zog es dagegen viele Besucher weg von den Fernsehschirmen in den heimischen Wohnstuben hin zur "Kulturschmiede" von Ellen Schaaf. In den Räumlichkeiten der alten Schmiede wurde ein Feuer entfacht - ein Feuer der Rockmusik. Keine große Band und kein tonnenschweres Equipment waren dafür notwendig, sondern nur ein Mann und seine Gitarre: Peter Volland. Der 1959 in Gedern geborene Rock-Barde wurde nicht ohne Grund 2012 und 2016 als "Bester Rocksänger Deutschlands" ausgezeichnet und erhielt bereits 1998 den hessischen Landesrockpreis. Seit fast vier Jahrzehnten ist er leidenschaftlicher Sänger, Gitarrist und Liedermacher und 2006 wagte er auch beruflich den Sprung ins kalte Wasser und lebt seitdem nur noch von und für seine Musik.

Peter Volland spielt gefühlt so ziemlich alle Evergreens der Rockmusik aus dem Eff-Eff, greift aber auch gerne zu einer seiner vielen Eigenkompositionen. Das konnten auch die etwa 50 Besucher in der "Kulturschmiede" erleben. Inspirieren lässt sich Peter Volland meist direkt aus dem Leben. "Sitting on the Hill" schrieb er etwa, nachdem er im Urlaub von einer Bank aus den Berg hinab ins Tal geblickt hatte. In seinem Lied "The Ship" geht es um ein Schiff in schwerer See, das symbolisch für eine in Turbulenzen geratene zwischenmenschliche Beziehung steht. Und in "Voice of the Night", seiner ersten Eigenkomposition von 1980, verarbeitet er seine damaligen Jugenderinnerungen an einen nächtlichen Spaziergang.

Klassische Rockhits samt Coverversionen wie "Locomotive Breath" von Jethro Tull, "Bad Moon Rising" von Creedence Clearwater Revival, "Ain' t no Sunshine" von Bill Withers und "The House of the Rising Sun" von Bob Dylan standen ebenso als Leckerbissen auf der musikalischen Speisekarte von Peter Volland. Zu Beginn musste das Publikum noch etwas warm werden, doch spätestens zu den Klängen der Beatles-Single "Get Back" hielt es die ersten nicht mehr ruhig auf den Sitzen und es wurde eifrig mitgeklatscht.

In den zweiten Teil des Konzerts startete Volland mit "Heart of Gold", dem einzigen Nummer-Eins-Hit von Neil Young, auch "Godfather of Grunge" genannt. Die bekannten Zeilen "I've been to Hollywood" wandelte er dabei ganz kreativ zu "I've been to Eichenrod" ab. Und neben einem ausgedehnten Rockmedley setzte er sogar zu einem spontanen Schlagzeugsolo an - ganz ohne Schlagzeug und nur mit seiner Gitarre. Angesichts der Begeisterung im Publikum konnte es der Titel des letzten Liedes am Ende nur heißen: "I don't want to say Goodbye". Und das Ende war es denn auch noch nicht: Erst nach zwei weiteren Titeln - "Bye bye Love" von den Everly Brothers und schließlich der Eigenkreation "Love in Life" - wurde Peter Volland unter stürmischem Applaus verabschiedet.