Skulpturen statt "Miniaturvulkan" auf Sichenhausens Dorfplatz

So könnte nach einem Plan der Schottener Bauabteilung die Sichenhäuser Ortsmitte künftig aussehen.   Grafik: Stadt Schotten

Ursprünglich sollte auf dem Dorfplatz in Sichenhausen als eines der letzten Ikek-Projekte eine Miniaturansicht des Vulkanmassivs Vogelsberg entstehen. Diese Idee ist nun vom Tisch.

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SICHENHAUSEN. Der Dorfplatz in Sichenhausen gehört zu den verbliebenen Ikek-Projekten der Dorferneuerung, die noch nicht umgesetzt wurden. Im Herbst 2018 hatte die örtliche Ikek-Gruppe eine Planung vorgelegt, die unter anderem die Gestaltung eines massiven Vulkangebildes vorsah als Reminiszenz an den Vogelsberg und das Vulkaneum. Schließlich ist der Platz in der Ortsmitte ein Knotenpunkt für viele Ausflügler aus der südlichen Wetterau, dem Rhein-Main-Gebiet, dem Man-Kinzig-Kreis oder auch aus der Region Fulda. Früher standen an der Stelle zwei alte typische Vogelsberger Bauernhäuser, die im Zuge der Neugestaltung der Ortsdurchfahrtsstraßen vor einigen Jahren abgerissen wurden.

"Dieser Entwurf wird nicht verwirklicht, es lässt sich nicht umsetzten", sagte Elke Högy jetzt im Bauausschuss. Die Leiterin der städtischen Bauabteilung stellte stattdessen einen neuen, aktualisierten Entwurf vor, der auf positive Resonanz in den Reihen der Stadtverordneten und der Mitglieder des Ortsbeirats stieß. "Das geplante 'Vulkanmassiv' wird in einen Skulpturengarten umgewandelt", meinte Högy. Insgesamt sollen auf der Fläche direkt an der Einmündung der Kreisstraße aus Richtung Kaulstoß in die Straße von Breungeshain nach Herchenhain verschiedene Gestaltungselemente eingebaut werden.

Die Skulpturen aus Stein, unterschiedlichen Hölzern und natürlicher Begrünung sollen symbolhaft markante Stellen des Vulkangebirges darstellen wie Bilstein, Geiselstein, Taufstein, Hoherodskopf oder die Niddaquelle. Die direkte Umgebung Sichenhausens wird durch den Rehberg im übertragenen Sinn nachgebildet und durch eine Reihe unterschiedlich großer Findlinge, die den Höhenzug vom Heegwald bis zum Ernstberg wiedergeben.

Auf dem erhöhten, von einer Steinmauer gestützten, Podest wird wie schon in der ursprünglichen Planung ein Unterstand entstehen. Die Wände werden aus Baumstämmen und Weidenflechten gestaltet, ein kleines Pultdach aus Blech soll Besucher schützen. Umsetzen will man auch die angedachte Pergola seitlich unterhalb des Podests, ebenfalls mit Holz aus heimischem Wald. Über den ganzen Platz verteilt, werden zudem mehrere Ruhebänke aus Holz und Stein errichtet.

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Von der Straße nach Kaulstoß wird der Platz über mehrere Stufen erreichbar sein. Daneben gibt es einen seitlichen, barrierefreien Zugang. Auf Schautafeln erhalten Besucher Informationen über den Vogelsberg und den Vulkanismus. Auch hier sollen verwendete Materialien naturnah aus der Region stammen.

"Für die Umsetzung wird sehr viel Eigenleistung gefordert sein", betonte Högy. So sollen Workshops stattfinden, mit denen Interessierte aus der ganzen Großgemeinde und der Region angesprochen werden. Ein Thema wird dabei die Gestaltung der Wände des Unterstands sein. Die Flächen aus geflochtenen Weiden erlauben viele kreative Gestaltungsmöglichkeiten, so die Bauamtsleiterin. Die Workshops könne man von Zeit zu Zeit wiederholen, um das Erscheinungsbild des Platzes immer wieder zu verändern und neue Ideen einzubringen. "Die Skulpturen bleiben aber in ihrer Grundform erhalten."

Lobende Worte für den Entwurf fand CDU-Fraktionssprecher Michael Altmüller: "Der Platz wird einmal viel Charme haben, es handelt sich um keinen der üblichen Standardentwürfe." Bürgermeisterin Susanne Schaab wies darauf hin, dass die vorgenommenen Veränderungen kostenneutral gegenüber dem ursprünglichen Ansatz von 100 000 Euro Bruttokosten seien. Sichenhausens Ortsvorsteher Otto-Heinrich Winter sprach am Rande der Sitzung Bauamtsleiterin Högy den Dank des Ortsbeirats und der Ikek-Gruppe für die gute Unterstützung bei der Planung und den Vorarbeiten für die Umsetzung des Dorfplatzes aus.