Rebellen ermorden 18 Menschen in peruanischer Unruheregion

Eine Schusswaffe. Symbolbild: Bilderstöckchen/Fotolia

Rebellen von Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) haben 18 Menschen, darunter Frauen und Kinder, in einem Dorf in Zentralperu ermordet. Die Polizei fand ein Bekennerschreiben.

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SAN MIGUEL DEL ENE. In einer von Drogenanbau geprägten Unruheregion in Zentralperu haben mutmaßliche Rebellen 18 Menschen getötet. Unter den Opfern des Massakers in einer Bar im Dorf San Miguel del Ene seien auch Frauen und Kinder, sagte Polizeichef César Cervantes am Montag im Radiosender RPP. Einheiten der Sicherheitskräfte seien auf dem Weg in die abgelegene Region, um Ermittlungen einzuleiten. In einem am Tatort zurückgelassenen Bekennerschreiben hieß es laut einem Bericht der Zeitung "El Comercio": "Wir reinigen Peru von den Spelunken, Parasiten und Korrupten."

Leuchtender Pfad soll hinter der Tat stecken

Hinter dem Angriff soll die Guerillaorganisation Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad) stecken. In dem Schreiben riefen die Täter dazu auf, bei der Präsidentenwahl am 6. Juni nicht für die Rechtspopulistin Keiko Fujimori zu stimmen. Bei der Stichwahl tritt die Tochter des autoritären Ex-Präsidenten Alberto Fujimori (1990-2000) gegen den Sozialisten Pedro Castillo an.

Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften waren zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen ums Leben gekommen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bürgerkriegen in der Region war in Peru die Guerilla für einen Großteil der Toten verantwortlich. Heute widmet sich die Guerilla vor allem dem Drogenhandel.

Von dpa