Kommentar von Friedrich Roeingh zur Amokfahrt: Wie schützen?

Friedrich Roeingh. Foto:  Sascha Kopp

Wie können wir uns besser schützen, fragt Friedrich Roeingh nach der Amokfahrt von Trier.

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. Mehrere Tote, darunter ein Baby, mehr als zehn Verletzte nach einer Amokfahrt in Trier: In was für einer Zeit leben wir, dass wir uns für einen Moment beim Aufatmen ertappen, wenn wir erfahren, dass dies aller Wahrscheinlichkeit nach kein terroristischer Anschlag war? In Wahrheit ist das nicht nur für die Opfer und ihre Angehörigen kein Unterschied.

Erschreckende Parallelen

In Wahrheit müssen wir erschreckende Parallelen zwischen beiden Anschlagsarten feststellen, die uns jederzeit und überall ereilen können. Die Täter agieren auch beim terroristischen Hintergrund häufig nicht mehr ferngesteuert, sondern selbstermächtigt. Beide Tätergruppen sind zudem medial getriggert. Das heißt, sie suchen für Ihre Wahnsinnstaten größtmögliche Öffentlichkeit – ein Dilemma für die Berichterstatter wie für Leser und Zuschauer.

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Wie können wir uns besser vor solchen Taten schützen? Die Erkenntnis, dass wir keine Fußgängerzonen abriegeln können, dass diese Art Täter mit automobilen Mordwerkzeugen immer irgendwo Menschenansammlungen finden können, ist so wahr wie unbefriedigend.

Gefährder früher identifizieren

Prävention muss sich deshalb deutlich stärker als bisher den Menschen zuwenden. Die Zahl der Verzweifelten und Isolierten steigt in modernen Gesellschaften schließlich genauso wie die Zahl der Extremisten. Für beide Gruppen muss der Aufwand steigen, Gefährder eher zu identifizieren. Um sie vor Radikalisierung zu bewahren und genauso um psychisch Labile von Verzweiflungstaten abzuhalten. So gewagt der Vergleich ist: Wir müssen den Gesundheitsschutz nicht nur mit Blick auf die Gefahr von Pandemien ausbauen. Das sind wir den Opfern von Trier und ihren Angehörigen schuldig.