Zukunft der Corona-Warn-App ist trotz Updates ungewiss

aus Coronavirus-Pandemie

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Die offizielle Corona-Warn-App des Bundes gibt es in einer neuen Version mit vielen Neuerungen.

Wer ein positives Testergebnis hat, kann das jetzt ungeprüft in der Corona-Warn-App eintragen – dabei müssen Infizierte sich oft gar nicht mehr isolieren. Wie geht es weiter?

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Berlin. Seit dieser Woche gibt es eine neue Version der Corona-Warn-App des Bundes. Nutzer können Testergebnisse ohne offizielle Bestätigung in der App eintragen. Bisher war dafür ein Anruf bei einer Verifikations-Hotline nötig, die ihren Dienst Ende Januar einstellt. Fragen und Antworten zum Weiterbetrieb der App.

Wer kann positive Tests melden?

Bisher war für eine Warnung über die Corona-Warn-App ein offizieller positiver Schnell- oder PCR-Test erforderlich. Zwischenzeitlich hatte eine rote Kachel in der App Nutzer zu einem kostenlosen PCR-Test berechtigt. Nun können Nutzer mit einem positiven Testergebnis die Warnung selbst auslösen.

Warum wurde die Funktion der App geändert?

Das Test- und Warnkonzept sei infolge des erwarteten weiteren Pandemieverlaufs erleichtert worden, erklären die Macher der App. Zuletzt hatten Virologen betont, das Ende der Pandemie sei in Sichtweite. Um Missbrauch zu verhindern, können positive Testergebnisse in der App nur einmal alle drei Monate eingetragen werden. Ansonsten ändert sich an den Funktionen nichts. Diese waren immer wieder erweitert worden, insgesamt gab es mehr als 30 Updates. Unter anderem wurde die Dokumentierung und Verwaltung von Impfzertifikaten und Testergebnissen ermöglicht. Außerdem zeigt die App Statistiken über lokale und bundesweite Inzidenzen, warnende Personen und Geimpfte an.

Mein Impfzertifikat ist abgelaufen. Was bedeutet das?

Das hat meist rein technische Gründe. Wer in der Corona-Warn-App die Nachricht erhält, das Impf- oder Genesenenzertifikat sei abgelaufen, kann in der App ein neues anfordern. „Nachdem Sie Ihr Einverständnis gegeben haben, übermittelt die App das Zertifikat oder mehrere Zertifikate zur Überprüfung an das RKI, welches ein aktualisiertes Zertifikat ausstellt und an Ihre App übermittelt“, erklären die Betreiber. Das aktualisierte Zertifikat ist dann direkt abrufbar.

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Was sagen Nutzer zu den neuen Funktionen?

Von vielen Nutzern gibt es seit dem Update kritisches Feedback. Im App-Store von Apple hagelt es schon länger überwiegend negative Bewertungen. Als „nutzlos und potenziell gefährlich“ stuft ein Nutzer die Corona-Warn-App ein, „totale Steuerverschwendung“, schreibt ein anderer. Außerdem ist von einem hohen Akkuverbrauch und Datenschutzbedenken die Rede.

Wie viele Menschen nutzen die Corona-Warn-App?

Diese Frage lässt sich nicht genau beantworten. Laut dem Digitalverband Bitkom nutzen die App 37 Prozent der Deutschen. Seit der Veröffentlichung im Sommer 2020 ist sie mehr als 48 Millionen Mal heruntergeladen worden. Fast 240 Millionen Testergebnisse wurden seitdem übermittelt. Zum Höhepunkt der Omikron-Welle im März 2022 waren es mehr als hunderttausend täglich. 

Wie geht es mit der App weiter?

Die Verträge mit den Betreibern der Corona-Warn-App laufen bis Ende Mai 2023. In einigen Bundesländern, darunter Hessen und Rheinland-Pfalz, müssen sich Corona-Infizierte nicht mehr isolieren. Auch Funktionen wie Impfpass, Pandemiedaten oder das Kontakt-Tagebuch dürften kaum noch gefragt sein. Gesundheitsminister Lauterbach hatte zuletzt angekündigt, die App weiterentwickeln zu wollen. Eine Weiternutzung als digitaler Impfpass ist im Gespräch. In der Bundesregierung aber herrscht Uneinigkeit darüber, wie es mit der App weiter­gehen soll. Die FDP hält sie für überflüssig und spricht von Steuergeldverschwendung, die Grünen wollen an ihr festhalten. Laut dem Bundesgesundheitsministerium gibt es noch keine Entscheidung über die Zukunft der Corona-Warn-App.